Ostbahnhof Nord

Immer mehr Senioren, immer weniger Kinder und Jugendliche, die im Jahr 2002 noch relativ stark vertreten waren, werden in Zukunft im Gebiet nördlich des Ostbahnhofs wohnen; in der Summe " so die Prognose " wird die Einwohnerzahl indes nur geringfügig sinken.
Nicht nur die innerstädtische Lage macht das Wohnen hier attraktiv. Nahezu 90 Prozent der Wohnungen waren zur Zeit des Stadtumbau-Wettbewerbs saniert. Der Leerstand " mit sieben Prozent aller Wohnungen ohnehin auf überschaubarem Niveau " konzentrierte sich auf zwei Hochhäuser an der Andreasstraße, die dringend saniert werden mussten.

Probleme

Karte des Wettbewerbsgebiet Ostbahnhof Nord.
Karte des Wettbewerbsgebiet Ostbahnhof Nord.

Störend wirkte sich laut den zum Wettbewerb eingereichten Unterlagen jedoch der wenig attraktive Grünzug entlang der Straße der Pariser Kommune und am Franz-Mehring-Platz aus: Er bildete eine Lärmschneise, Anwohner konnten das Grün aber kaum zur Erholung nutzen. Auch die Freiflächen direkt um die Wohnhäuser herum waren nicht schön gestaltet.
Einige der Bauten mussten dringend saniert werden. Schulen und Kitas waren teils ziemlich heruntergekommen, die Höfe und Freiflächen luden nicht gerade zum Spielen ein.
Dass im Wriezener Karree im Südosten des Gebiets und teils auch an der Erich-Steinfurth-Straße Gewerbegebiete liegen, galt als einer Innenstadt-Lage wenig angemessen.

Strategie

An der Straße der Pariser Kommune
An der Straße der Pariser Kommune

Im gesamten Gebiet sollten deswegen neue Grünflächen angelegt und vorhandene verschönert werden. Das galt vor allem für die Flächen längs der Straße der Pariser Kommune, die Fußgänger in Zukunft als begrünte städtische Promenade vom Ostbahnhof zur Karl-Marx-Allee nutzen sollten.
Weder aus wohnungswirtschaftlicher noch aus städtebaulicher Sicht schienen Abrisse geboten; würden im Jahr 2002 leer stehende Wohnungen saniert und modernisiert, fänden sie bestimmt Mieter. Allerdings müssten dazu auch die Wohnungsgrundrisse angepasst werden " mit größeren Wohnungen für Familien bzw. kleineren für Singles oder Senioren.

Die Gegend am ehemaligen Wriezener Bahnhof sollte stärker für Wohnungen und Büros genutzt werden. Dort plante die Wohnungsbaugesellschaft WBF zur Zeit des Wettbewerbs, die Häuser als erstes zu modernisieren, neue Wohnungen zu bauen und das Gebiet durch einen Stadtteilpark zu verschönern. Ein Park, so eine weitere Idee, könnte auch das östlich angrenzende Altbaugebiet mit dem Wohngebiet an der Straße der Pariser Kommune verbinden.

Erste Umsetzungsmaßnahmen

Hochhäuser am Franz-Mehring-Platz
Hochhäuser am Franz-Mehring-Platz

Das Gebiet am Ostbahnhof liegt sehr zentral " gute Voraussetzungen für eine positive Entwicklung. Einziges Thema für den Stadtumbau wären die beiden fast vollständig leer stehenden Häuser an der Andreasstraße gewsen. Für eines davon war 2002 schon der Verkauf in absehbarer Zeit geplant, die Lage für das zweite war ungeklärt.
Vorerst waren keine weiteren Maßnahmen im Rahmen des Stadtumbaus vorgesehen. Ob sich die Promenade an der Straße der Pariser Kommune und am Franz-Mehring-Platz wie gewünscht entwickeln und sich die Planungen umsetzen lassen würden, blieb zur Wettbewerbs-Zeit finanziell abhängig von zukünftigen Haushaltsplänen.

 

Text: S. Wolkenhauer - Quelle: Louis Back, Karte: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Foto: R. Friedrich
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