Das ehemalige Fördergebiet Spandauer Vorstadt

Alte und sanierte Gebäude prägen das Bild der Tucholskystraße

Die Spandauer Vorstadt ist die größte erhaltene und planmäßig angelegte Vorstadt von Berlin. Der fast 300 Jahre alte historische Stadtgrundriss mit seinem hohen Anteil an Gebäuden aus dem 19. Jahrhundert zeichnet sich durch meist kleine Grundstücke und vielfältige Gebäudetypen aus und dokumentiert geschichtlich und stadträumlich eindrucksvoll die Charakteristik der Vorstadtentwicklung. Die Hauptstraßen zu den Vororten im Norden Berlins sowie das unregelmäßige Straßensystem, das im Wesentlichen 1716 abgesteckt war, bestimmen die städtebauliche Eigenart des Gebiets noch heute.

Das geschützte Flächendenkmal und Erhaltungsgebiet wird geprägt durch herausragende Baudenkmale wie die Sophienkirche, das ehemalige Postfuhramt, das St. Hedwig-Krankenhaus, die Neue Synagoge, die Hackeschen Höfe und das ehemalige Kaufhaus Wertheim. Sie ist von gesamtstädtischer Bedeutung.
Berühmt ist das behutsam erneuerte Quartier für sein Erscheinungsbild und Flair der gewachsenen Stadt, mit seinem Nebeneinander von Wohnen und Arbeiten. Mit seinen Galerien, historischen Gewerbehöfen und attraktiven Einkaufsmöglichkeiten zieht die Spandauer Vorstadt viele Berliner und zahlreiche Touristen an.

Informationen

Stadtumbau-Programm: Ost

Fläche: ca. 67,6 ha
Einwohner: ca. 8.750 (Stand: 2008)
Baudenkmale: 108
Wohnungen: ca. 6.200 WE

Dokumentation des Fördergebiets:

Übersichtsplan

aktuellabgeschlossen
größere Kartenansicht

Ergebnisse des Stadtumbauprozesses

Kinder spielen an einem Brunnen
Familienfreundliche Gestaltung des dicht bebauten Quartiers - hier in der Kleinen Auguststraße

In der Spandauer Vorstadt sind die Ziele des Stadtumbaus in den Jahren 1994 bis 2008 erreicht worden. Die förmliche Festlegung als Sanierungsgebiet ist zu Beginn des Jahres 2008 aufgehoben worden.

Mit der Sanierung hat sich das innerstädtische Viertel als attraktiver Ort zum Wohnen und Arbeiten etabliert. Seine unverwechselbare städtebauliche Eigenart kommt nach den Sanierungsmaßnahmen noch stärker zum Ausdruck. Die Verdrängung der alteingesessenen Bewohnerschaft durch steigende Mieten konnte im Zuge der Modernisierung allerdings nur teilweise verhindert werden.

Hohe Priorität hatte die Sicherung, der Ausbau und die Ergänzung der öffentlichen Infrastruktureinrichtungen (wie zum Beispiel Schulen und Kindertagesstätten). Neue Grünflächen und Spielplätze sind entstanden, bereits vorhandene wurden aufgewertet.

Die Spandauer Vorstadt ist heute insbesondere für Familien attraktiv. Dazu hat auch die aktive Mitarbeit der Anwohner, Gewerbetreibenden und Hauseigentümer an der Planung des Sanierungs- und Stadtumbauprozesses beigetragen. Die Einwohnerzahl im Gebiet wuchs von 1991 bis 2006 um 21,7 %.

Text: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, bearb.: A. Stahl, 2009, Foto: S. Wolkenhauer, B. Gehrke

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