Alt-Hohenschönhausen

Die Tabor-Kirche in Hohenschönhausen - Vergangenheit und Gegenwart nebeneinander.

Deutlich war die Bevölkerungszahl in Alt-Hohenschönhausen im Zeitraum zwischen 1996 und 2002 gesunken: 18 Prozent der Anwohner waren weggezogen, und dieser Trend würde wohl so bleiben.
Noch wohnten hier viele Kinder und Jugendliche, doch auch ihr Anteil an der Bevölkerung ging zurück " im Gegensatz zu dem der Senioren, die eine immer wichtigere Rolle spielten.
Nur etwa ein Viertel der Wohnungen lag nicht in Plattenbauten, sondern in Zeilenbauten der 20er und 60er Jahre, Eigenheimen und den Altbauten im ursprünglichen Dorfkern.

Probleme

Karte des Wettbewerbsgebiet Alt-Hohenschönhausen.
Karte des Wettbewerbsgebiet Alt-Hohenschönhausen.

Vor allem auf die Schulen im Gebiet würde sich diese Veränderung der Einwohnerstruktur auswirken, das war absehbar, und eine der drei Kitas würde überflüssig werden, während die beiden anderen dringend saniert werden mussten.
Fast ein Drittel der Anwohner gerade aus dem Gebiet Anna Ebermann-Straße waren von 1996 bis 2002 aus ihren unsanierten Wohnungen ausgezogen; der Wohnungsleerstand machte das Gebiet nicht gerade anziehender.

Eine richtige Stadtteilmitte fehlte in Alt-Hohenschönhausen völlig, was die Anwohner sehr störte " und öffentliche Parks oder grüne Plätze zum Verweilen gab es auch nicht: Was hier noch wuchs, sah eher nach Brache am Straßenrand aus.
Ähnlich war es mit der sehr großen brachliegenden Fläche an der Gehrensee- und Wartenberger Straße. Nur durch eine Neugestaltung würde sie wieder nutzbar.
Dazu kam, dass die Fahrzeuge auf den viel genutzten Straßen des Gebiets für störenden Lärm sorgten, und die Gewerbegebiete im Süden und Südosten verschlechterten zusätzlich die Wohnlichkeit in den angrenzenden Häusern.

Strategie

Eigentlich gab es ja es eine Ortsmitte rund um den historischen Dorfkern. Der müsste aber erst wieder als solcher kenntlich werden, so die Meinung der Stadtplaner: Auf absehbare Zeit würden auffällige Neubauten den Eindruck weiterhin stören, doch durch Verschönerungen des öffentlichen Raums oder neue Nutzungsarten von Bauten wie dem Gutshaus wäre schon viel gewonnen. In den angrenzenden Gebieten könnten Bäume längs der Hauptstraßen den Verkehrslärm eindämmen und ein angenehmeres Bild schaffen.
Chancen bestanden auch für ein Netz öffentlicher Grünflächen, zumindest als Zwischenlösung " auf aufgegebenen Kita- und Schulflächen, der Gewerbebrache oder der Fläche, auf der 2002 noch das Ausländerwohnheim stand.

Eine Sanierung von Wohnungen, die gezielt der veränderten Bevölkerungsstruktur Rechnung trug, sollte zusätzliche Anreize bieten, damit sich die Anwohner wohl fühlen und auch gerne vor Ort wohnen bleiben.

Erste Umsetzungsmaßnahmen

Der ehemalige Wohnheimstandort an der Rhinstraße sollte schon relativ bald abgerissen werden, für das Grundstück gab es Planungen, es zumindest zeitlich begrenzt zu einer öffentlichen Freifläche zu machen.

Weitere Maßnahmen zur Umgestaltung im Bereich des Zentrums wurden nicht als vorrangig ins Förderprogramm aufgenommen. Dagegen sollten nicht mehr benötigte Schulen mittelfristig abgerissen und dort anschließend weitere Freiflächen eingerichtet werden.

 

 

Text: S. Wolkenhauer - Quelle: Louis Back, Karte: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Foto: R. Friedrich
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