Stadtumbau Berlin Ost und West  

 

Stadtumbau Ost und West

Zwischennutzung auf der Bettina-Brache


Ausgangslage

Im nördlichen Teil des Märkischen Viertels befindet sich inmitten der Großsiedlung Märkisches Viertel eine große, unbebaute Fläche: das ehemalige Grundstück der Bettina-von-Arnim-Schule. Die asbestbelastete Schule wurde Ende der 90er Jahre abgerissen und der Schulbetrieb zog an seinen jetzigen Standort um. Eigentümer des Grundstücks ist die GESOBAU, die hier langfristig neue Wohngebäude errichten möchte. Da diese Planung in absehbarer Zeit nicht realisiert wird, soll im Rahmen des Stadtumbaus eine sinnvolle Zwischennutzung gefunden und gefördert werden.

Ideenbörse Bettina-Brache (B.01)

Auf der Suche nach gewünschten Nutzungen lud das Bezirksamt Reinickendorf im Juli 2009 alle Anwohner, örtlichen Akteure sowie ansässige Initiativen  und Institutionen zu einer Ideenbörse ein. In einem ersten Block wurden zunächst Interessenvertreter in thematischen Arbeitsgruppen (Schulen, Senioren, Jugend, Mieter etc.) zusammengeführt und gebeten, Vorschläge und Ideen zur Umnutzung der Fläche im Sinne ihrer Interessengruppen zu erarbeiten.

Aus der Runde der Erwachsene und Senioren war ein großes Interesse für generationenübergreifende Angebote auszumachen. Auch umfriedete und gestaltete Grünflächen sind eine willkommene Ergänzung zum bestehenden Grün genauso wie Miet- bzw. Schlüsselgärten, die eine gemeinschaftliche nachbarschaftliche Nutzung ermöglichen.

Allerlei sportliche Aktivitäten wünschten sich Jugendliche und Kinder. Angefangen bei der Fußballwiese bis hin zum Klettergarten, die ganze Palette an Sport- und Spielangeboten ist nachgefragt. Besondere Beiträge wurden mit vorbereiteten Ideen zu einer das Mittelfeldbecken umfassenden Seenlandschaft (Mitte(l)Meer) sowie zu einem Bildungs- und Erholungspark (Humboldt-Erlebnispark) und zu einem Freizeit-, Sport- und Schulungszentrum für Jung und Alt präsentiert. Auch die Planungen des TSV Wittenau für ein Sport- und Gesundheitszentrum Nord wurden positiv aufgenommen.

Parallel zur Diskussion wurden durch eine Grafikerin Ideenskizzen zur Veranschaulichung der Vorschläge realisiert. Nach einer aktiven Pause wurden alle gesammelten Ideen im Plenum vorgetragen, diskutiert und die Bewertungen kommentiert.

Insgesamt wurde auf der Ideenbörse wurde eine überraschende Vielfalt von insgesamt 78 interessanten Ideen zusammengetragen. Die Ergebnisse der Börse wurden zusammengetragen und erneut im November 2009 den Bewohnern der Großsiedlung präsentiert.

Alle Vorschläge wurden in einer Abschlusspräsentation aufgeführt und zusammengefasst. Dort finden sich auch die von den Teilnehmern der Veranstaltung vergebenen Bewertungspunkte und geben einen Eindruck darüber, welche Ideen auf großes Interesse der Anwesenden stießen. Neben dem Bedürfnis nach erlebbaren und betreuten Grünanlagen war der Wunsch nach einer dauerhaften neuen Nutzung ein wesentliches Ergebnis der Ideen-Börse.

In der Abschlussbroschüre lässt sich weiterhin nachlesen, wie die Nutzungsvorstellungen aus Sicht des Bezirksamtes Reinickendorf und des Grundstückseigentümers bewertet werden. Grundsätzlich ist allen daran gelegen, dass sich an der bestehenden, unbefriedigenden Bestandssituation zugunsten der Bewohner des Märkischen Viertel etwas ändert, wobei möglichst viele Nutzergruppen von den neuen Angeboten profitieren sollen.
Als weiteres Vorgehen will der Bezirk zweigleisig fahren: Ein großer Teil der Brache soll für dauerhafte Nutzungen frei bleiben. Hier wäre es z.B. möglich, dem TSV Wittenau eine Baufläche für die Realisierung eines Sport- und Gesundheitszentrums anzubieten. Die Flächen am westlichen und südlichen Rand der Brache sollen für Zwischennutzungen zur Verfügung gestellt und hergerichtet werden. Der Stadtumbau kann helfen, das Gelände zu planieren, ggf. einzuzäunen und mit Wasser- und Stromanschlüssen und Wegen zu erschließen.

Die Abschlussbroschüre können Sie hier herunterladen.

Konzeptwerkstatt Bettina-Brache (B.01.1)

Die vorbereitenden Planungen für die Realisierung der Zwischennutzung wurden in einer Konzeptwerkstatt im Jahr 2010 weitergeführt. Eine Veranstaltung im November in der Bettina-von-Arnim-Oberschule knüpfte an die bisherige Ideenfindung an und hatte zum Ziel, Verantwortliche für die Übernahme für die konkrete Umsetzung von gärtnerischen Projekten zu finden. Zum Einstieg in die Thematik möglicher Zwischennutzungen erhielten die Interessenten eine Überblick über erfolgreiche Zwischennutzungsprojekte in Berlin wie zum Beispiel der interkulturelle Garten in Lichtenberg, ein gemeinschaftlich genutzter Nachbarschaftgarten. Die gärtnerische Nutzung und die Zusammenführung bürgerschaftlichen Engagements haben Vorbildcharakter für eine Zwischennutzung.

In der Diskussion zur weiteren Entwicklung der Bettina-Brache wurde festgehalten:
- Die Zugänglichkeit des Geländes für Besucher, die nicht aktiv mitgärtnern, sollte ermöglicht werden.
- Der temporäre Charakter muss beibehalten werden, da auf dieser Fläche für Garten- oder Sportangebote nur zwischen- und nicht dauerhaft genutzt werden kann. 
- Der Stadtumbau West kann die finanziellen Mittel für die bauliche Grundlage stellen, der Betrieb der Flächen muss durch die Nutzer gewährleistet werden.

Im Ergebnis äußerten verschiedene Interessenten (u.a. die Bettina-von-Arnim-Schule, das Senioren-Centrum Vitanas, die Nachbarschaftsetage (Albatros e.V.) sowie das Netzwerk Märkisches Vierel einen Bedarf an Sport- Natur- und Aktivangeboten auf dieser Fläche. Sie könnten von unterschiedlichen Ziel- und Altersgruppen genutzt werden. Zur Absprache über eine verbindliche Trägerschaft, evt. im Verbund der jetzt gesammelten Interessenten, sind weitere Gespräche geführt worden, so dass bereits in 2011 ein Träger gefunden und ein Nutzungskonzept für die Bettina-Brache entwickelt werden kann. 

Nachbarschaftsgarten Bettina-Brache / Planung (B.01.2)

Im Ergebnis der beiden Veranstaltungen - Ideenbörse und Konzeptwerkstatt - und weiterführenden Gesprächen wurde als mittelfristige Nutzungsperspektive festgehalten, dass die Bettina-Brache künftig zur Hälfte durch Nachbarschaftsgärten zwischengenutzt werden soll. Der für die Gartennutzung vorgesehene Grundstücksteil befindet sich auf der östlichen Hälfte. Durch die Schaffung dieses neuen Begegnungsortes wird der städtebauliche Missstand Brache beseitigt und das kurzfristige Entwicklungspotenzial der benachbarten ungenutzt verbleibenden Grundstücksfläche wird gefördert. 

Ab Frühsommer 2012 werden sich nach derzeitigem Planungsstand die Bewohner/innen gärtnerisch betätigen, wohnortnah erholen und mit den Nachbarn austauschen können. Neben einzeln zu nutzenden Beeten sind eine Gemeinschaftsfläche und ein naturbelassener Bereich geplant. Die Trägerschaft für den Nachbarschaftsgarten übernimmt der Albatros e.V.

Um dies zu ermöglichen, sind eine Reihe wichtiger Absprachen zu treffen und VErträge zu schließen. Hierzu sitzt die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung als Programmverantwortliche, das Bezirksamt Reinickendorf als Fördergeber, die GESOBAU als Eigentümer  und der Albatros e.V. mit am Tisch. Desweiteren möchten weitere sehr interessierte Akteure, die zur Initiativgruppe des Projektes gehören, wie z.B. das Netzwerk Märkisches Viertel, die maX Wohnungsbaugenossenschaft, das Haus Ribbeck und die Nachbarschaftsetage auch zukünftig das Projekt mitgestalten und streben eine enge Kooperation mit Albatros e.V. an. Die Gruppe F ist auch hier federführend im Auftrag des Bezirksamtes Reinickendorf tätig.  Sie moderiert und begleitet den Abstimmungs- und Verhandlungsprozess und wird die bauliche Planung für die Herrichtung des Grundstückes entwerfen.

Im Mai 2011 konnten alle Bewohner des Märkischen Viertels eine Ahnung von der zukünftigen Nutzung auf der Brache erhalten: die GESOBAU lud zum europäischen Nachbarschaftstag auf die Brache ein. Ein paar Beete wurden beispielhaft angelegt und an mehreren Stationen waren spielerisch Aufgaben zum Thema Natur und Garten zu lösen.

Haben Sie Interesse an der Nutzung ihres eigenen Beetes inmitten von viel Gemeinschaftsgrün auf der Bettina-Brache? Dann wenden Sie sich an uns, wir leiten Ihr Interesse weiter!

B. Hunkenschroer, D. Kuhnert, S.T.E.R.N. GmbH
drei Varianten für das weitere Vorgehen
drei Varianten, davon eine Vorzugsvariante unten rechts

Informationen


Nutzfläche: 8.000 qm, östliche Teilfläche der Bettina-Brache
Auftraggeber: Bezirksamt Reinickendorf
Auftragnehmer: Gruppe F, Landschaftsarchitekten
Ideenbörse Vorbereitung, Durchführung, Dokumentation: Mai - Oktober 2009
Konzeptwerkstatt Vorbereitung, Durchführung, Dokumentation: 2010
Nachbarschaftgarten - Konkrete Nutzung und Interessentenfindung: 2011
größere Kartenansicht
AktuellAbgeschlossen
Vielfältige Ideen für eine Zwischennutzung
Vielfältige Ideen für eine Zwischennutzung
Interessierte Bewohner/innen für den Nachbarschaftsgarten gesucht
Interessierte Bewohner/innen für den Nachbarschaftsgarten gesucht

Fördergebiete & Projekte

Ansprechpartner

Villnow, Renate
Bezirksamt Reinickendorf von Berlin
Tel: (030) 90294 3021
Hunkenschroer, Birgit
S.T.E.R.N. GmbH - Gesellschaft der behutsamen Stadterneuerung
Tel: (030) 44 36 36 91

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