Das Fördergebiet Märkisches Viertel
Das Märkische Viertel wurde von 1963- 1975 erbaut. Insgesamt entstanden auf einer Fläche von 3,2 km2 ca. 16.400 Wohnungen, 11 Schulen, mehrere Freizeit- und Kultureinrichtungen sowie das Stadtteilzentrum "Märkisches Zentrum".
Mit 15.200 der Wohnungen und knapp 90 Gewerbeeinheiten ist die GESOBAU größter Wohnungseigentümer. Weitere 1.170 Wohnungen sind einer Mietergenossenschaft und der DEGEWO zuzuordnen.
Derzeit leben 36.200 hier Menschen. Die meisten leben gern in ihrem Viertel. Insgesamt sind mehr Zu- als Fortzüge zu verzeichnen. Das seit 2001 durchgeführte Monitoring Soziale Stadtentwicklung zeigt allerdings eine zunehmende Arbeitslosigkeit und Sozialhilfedichte, vor allem bei den Ausländerinnen und Ausländern und bei den 18 bis 25-jährigen. Auch bei den Bezieherinnen und Beziehern von Leistungen des SGB II, III und XII ist ein deutlicher Zuwachs zu verzeichnen, der zunehmend auch Nichtarbeitslose betrifft.
Informationen
Fläche: ca. 320 ha
Einwohner: ca. 36.200
Dokumentation des Fördergebiets:
Ziele
Handlungsbedarf gibt es auf baulicher Ebene. Der Anteil versiegelter Flächen ist zu hoch und die Nutzbarkeit der Außenanlagen kann verbessert werden. Im Bereich der sozialen Infrastruktur stehen bauliche Erneuerungs- und Anpassungsmaßnahmen an. Die Ausstattung des Stadtteils und der Wohnungen ist nur teilweise seniorengerecht. Bei den Wohngebäuden besteht parallel dazu ein erheblicher Instandhaltungs- und Modernisierungsbedarf. Ein Großteil der Fassaden und Dächer der Gebäude ist sanierungsbedürftig und muss mit einer Wärmedämmung ausgestattet werden, auch um den Energiebedarf und damit die vergleichsweise hohen Wohnnebenkosten zu senken. Ein Teil der Wohnungsgrundrisse ist nicht mehr bedarfsgerecht und es besteht ein erheblicher Sanierungsbedarf im Bereich der Haustechnik.
Um den beschriebenen problematischen Entwicklungen entgegen zu wirken, wurde das Gebiet im Januar 2009 als Stadtumbau West Gebiet festgelegt werden. Aus dem Programm können öffentliche Mittel zur Sanierung sozialer Infrastruktureinrichtungen und zur Aufwertung des öffentlichen Raums eingesetzt werden.
Voraussetzung für die Aufnahme des Gebietes in das Programm Stadtumbau West war ein städtebauliches Entwicklungskonzept nach § 171 b BauGB sowie, auf den Ergebnissen aufbauend, ein Senatsbeschluss zur Abgrenzung und Festlegung des Fördergebiets.
Modellgebiet Märkisches Viertel
Im Märkischen Viertel soll ein Modellvorhaben für energetische Sanierung und integrierte Stadtentwicklung durchgeführt werden. Erstmals werden Wohnungsunternehmen, Energieversorger und das Land Berlin zur energetischen Sanierung einer kompletten Großsiedlung eng zusammen arbeiten und gemeinsam investieren.
Besondere Bedeutung hat die Beteiligung der im Gebiet lebenden und arbeitenden Bürgerinnen und Bürger. Sie können bereits in der Planungsphase im Rahmen der Erarbeitung des städtebaulichen Entwicklungskonzepts darüber mitentscheiden, welche dringlichen Aufwertungsmaßnahmen im öffentlichen Raum oder bei den sozialen Infrastruktureinrichtungen Priorität haben. Des weiteren sollen öffentliche Veranstaltungen und Diskussionen den Stadtumbau im Märkischen Viertel begleiten.
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