Das Fördergebiet Schöneberg-Südkreuz
Das Areal wird im Osten und Westen von den Bahn- und S-Bahntrassen der Linien S 1 und S2, im Süden vom Stadtautobahnabschnitt A 100 am Kreuz Schöneberg und im Norden von der Yorckstraße begrenzt. Es umfasst überwiegend Flächen für Gewerbe, Bahn und Infrastruktureinrichtungen. Die Wohngebiete auf der "Schöneberger Insel" sind nicht Bestandteil des Stadtumbaugebietes, jedoch wegen der räumlichen Nähe bei der Planung und Umsetzung der Stadtumbauprojekte zu berücksichtigen.
Das frühere GASAG-Gelände an der Torgauer Straße und das Kasernengelände an der General-Pape-Straße, das Gewerbegebiet Naumannstraße und vor allem die so genannte "Schöneberger Linse" zwischen S-Bahn und Stadtautobahn verfügen über ein großes Nachnutzungspotenzial für Gewerbe- und Dienstleistungsunternehmen. Neue Impulse für die Entwicklung des Gebietes werden auch durch den Fernbahnhof Südkreuz erwartet. Mit der Aufnahme des Gebietes in das Programm Stadtumbau West und durch flankierende infrastruk-turelle Maßnahmen, die ein effektives Gebiets- und Standortmanagement begleitet, sollen die zu erwartenden Impulse für eine dauerhaft wirkende Umstrukturierung und Entwicklung des Stadtumbaugebietes nutzbar gemacht werden.
Ausführliche Informationen zu den Leitlinien und Handlungsschwerpunkten im Fördergebiet Südkreuz finden Sie auch in der Broschüre "Stadtumbau West - Zwischenbilanz 2009".
Informationen
Fläche: ca. 180 ha
Einwohner: 4600 (Stand: 2008)
Dokumentation des Fördergebiets:
Ziele
Zur Umsetzung des Stadtumbaukonzepts wurde das Gebiet in fünf Teilgebiete gegliedert:
Teilgebiet A: Flaschenhals
Das Teilgebiet des so genannten "Flaschenhalses" erstreckt sich von der Yorckstraße entlang dem östlichen Bahngraben bis zur Kolonnenstraße/Dudenstraße. Es handelt sich um brach gefallene Bahnflächen, auf denen sich im Laufe der Jahre eine vielfältige Vegetation angesiedelt hat. Die unmittelbar westlich und östlich angrenzenden Flächen sind nur teilweise bebaut. An der Kolonnenstraße schließt sich gründerzeitliche Wohnbebauung an. Plane-risches Ziel ist es, mit dem "Flaschenhals-Park" in Anbindung an das Gleisdreieckgelände neue Grünräume zu entwickeln und Erholungsangebote zu schaffen, die auch den gesamt-städtisch bedeutsamen Nord-Süd-Grünzug mit dem Fernradweg Berlin – Leipzig einbeziehen. Hierzu stellt der Bezirk mehrere Bebauungspläne auf und hat bereits Flächen für den neuen Park erworben.
Ein wichtiges Projekt ist in diesem Bereich die Sanierung der Yorckbrücken über der Yorckstraße und ihre Nutzung im Zuge der neuen Nord-Süd-Grünverbindung. Die teilweise denkmalgeschützten Brücken werden größtenteils nicht mehr für Bahnzwecke benötigt und können daher als Fußgänger- und Radfahrerverbindung genutzt werden. Die Brücken sind auf dem Gebiet des Bezirks Tempelhof-Schöneberg zugleich Ausgangs- und Endpunkt der so genannten "Schöneberger Schleife", eines entlang der S-Bahnlinie S1, der Ringbahn und S-Bahnlinie S2 geplanten Rundweges, der ebenfalls im Rahmen des Programms Stadtumbau West realisiert wird.
Teilgebiet B: Gewerbegebiet Naumannstraße
Das Gewerbegebiet Naumannstraße liegt zwischen der S-Bahn-Trasse der S2 und der gründerzeitlichen Wohnbebauung an der Naumannstraße (Schöneberger Insel). Das Gebiet soll neu strukturiert werden und entlang der Gleise mit Gewerbe- und Dienstleistungsbetrieben sowie Wohnen und Arbeiten an der Naumannstraße einen Übergang zu dem angrenzenden Wohngebiet schaffen.
Die "Neue Naumannstraße" ist als wichtiges Projekt zur besseren Erschließung des Gebietes sowie zur Entlastung der Schöneberger Insel im Bau. Sie soll parallel zu den Gleisen durch das Gewerbegebiet führen und an die Kolonnenstraße angebunden werden. Dies bietet die Chance, das Profil des vorwiegend kleingewerblichen Standortes durch verbesserte Parzellierung stärker auszuprägen. Dabei müssen Erhalt und Entwicklung des Gewerbestandortes sowie ergänzende Neuansiedlungen im Mittelpunkt stehen. Hierfür hat das Bezirksamt im Jahr 2008 den Bebauungsplan 7-17 festgesetzt.
Die durch den Bau der neuen Straße ermöglichte Beruhigung der Naumannstraße und die Erweiterung des Leuthener Platzes östlich der Naumannstraße dient der Aufwertung des Wohngebietes, kommt aber auch dem Gewerbegebiet zugute. Vom Leuthener Platz aus ist eine Ost-West-Wegeverbindung durch das Gewerbegebiet an der Naumannstraße und über die Bahn hinweg zum Wohngebiet in Neu-Tempelhof (nördlich der ehemaligen Kasernengebäude) in Vorbereitung.
Teilgebiet C: Gewerbe- und Kulturkaserne General-Pape-Straße
Eine geordnete städtebauliche Entwicklung des denkmalgeschützten ehemaligen Kasernengeländes östlich des neuen Bahnhofs soll das künftige Profil des Gewerbe- und Dienstleistungsareals stärken.
Am Nordrand des Teilgebietes befindet sich der Schwerbelastungskörper, der mit seiner auffälligen zylindrischen Form und als Zeugnis der Geschichte zur Identität des Areals beiträgt. Er befindet sich an der General-Pape-Straße in der Nähe der Dudenstraße und wurde im Rahmen der Planungen zur "Welthauptstadt Germania" 1941 erbaut, um Tests zur Belastbarkeit des Bodens durchzuführen. Die bereits im Jahr 2007 durchgeführte Sanierung und der Bau eines Informationsortes mit Aussichtsturm (Realisierung 2008/9) sind ebenfalls Projekte des Stadtumbaus.
Teilgebiet D: Schöneberger Linse
Als "Schöneberger Linse" wird das Areal beiderseits des Tempelhofer Weges zwischen dem Fernbahnhof Südkreuz und dem S-Bahnhof Schöneberg bezeichnet. Die Schöneberger Linse ist noch immer ein Gewerbegebiet im Umbruch, das auch Wohngrundstücke sowie Schul- und Sportnutzungen aufweist. Mehrere große und höherwertig nutzbare Flächen sind verfügbar. Durch Maßnahmen im öffentlichen Raum und private Investitionen soll das Quartier als urbaner Stadtraum und vielfältiger Dienstleistungs- und Wohnstandort mit optimaler Verkehrsanbindung entwickelt werden. Ein Bauvolumen von über 400.000 m² Bruttogeschossfläche ist vorgesehen. Hierzu wurde ein städtebaulicher Rahmenplan erarbeitet, der Grundlage für die verbindliche Bauleitplanung des Bezirks ist.
Neue Plätze (Stadtplatz am Bahnhof) und Grünanlagen (Quartierspark) und die Neugestaltung des Tempelhofer Weges sollen den öffentlichen Raum attraktiver machen. Der Zugang zum S-Bahnhof Schöneberg soll umgebaut und über den Sachsendamm die "Schöneberger Linse" und das Gasag-Gelände besser erschlossen werden. Eine Wegeverbindung unter der Ringbahn hindurch nördlich der Luise- und Wilhelm-Teske-Oberschule zum GASAG-Gelände (Teilgebiet E) soll die Gebiete beidseitig der Bahntrasse direkt miteinander verbinden.
Die Qualifizierung des öffentlichen Raums geht mit privaten Investitionen zur Bebauung von Flächen einher. Ein Verein der Grundstückseigentümer strebt die Imageverbesserung des Standortes an. Ab April 2009 wird für die "Schöneberger Linse" ein Standortkoordinator eingesetzt, der die verschiedenen Akteure im Teilgebiet zusammenführen und die Vermarktung des trotz des Fernbahnhofs Südkreuz noch wenig bekannten Gebietes unterstützen soll.
Teilgebiet E: Gasag-Gelände
Das im südwestlichen Teil des Stadtumbaugebietes gelegene ehemalige GASAG-Gelände an der Torgauer Straße ist im Februar 2007 größtenteils an einen Projektentwickler verkauft worden. Neben dem Ausbau des Gasometers zu einem Bürogebäude und der Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudebestandes sind ergänzende Neubauten geplant. Insgesamt ist hier eine Nutzfläche von circa 165.000 m² Bruttogeschossfläche vorgesehen. Die Nordspitze des GASAG-Areals wird eine öffentliche Grünfläche. Die Erschließung der Grundstücke soll durch eine neue Straßenverbindung in Verlängerung der Autobahnausfahrt Sachsendamm erfolgen. Zur Realisierung dieser Planungen führt das Bezirksamt seit 2007 ein Bebauungsplanverfahren (Nr. 7-29) durch.
Leitbild des Nutzungskonzeptes ist die Schaffung eines Kompetenzzentrums für Energie durch eine Kooperation und Vernetzung von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Künftige Nutzungen auf dem Gelände können Unternehmensrepräsentanzen europäischer Energiekonzerne, kleinere im Energiebereich tätige Firmen, Forschungseinrichtungen sowie gastronomische Angebote und ein Hotel / Boardinghaus mit Veranstaltungs- und Seminarräumen sein. Statt der bisherigen Monofunktionalität soll künftig eine multifunktionale Nutzung charakteristisch für das Gelände sein. Angestrebt wird ein insgesamt hochwertiger Büro- und Dienstleistungsstandort in Verbindung mit wissenschaftlichen Einrichtungen.
Der letzte noch erhaltene Gasometer aus dem Jahr 1910 wird als weithin sichtbares Wahrzeichen erhalten bleiben, die historischen ein- bis dreigeschossigen Betriebs- und Werkstattgebäude ebenfalls.
Umgeben wird die Bebauung von einer parkartigen Außenanlage auf dem Baugrundstück, die nach ökologischen Kriterien gestaltet werden soll. In die Gestaltung einbezogen wird auch eine öffentliche Grünfläche im Norden (Projekt GASAG-Nordspitze). Das gegenwärtig von den umgebenden Quartieren abgeschirmte Gelände soll insgesamt seinen Inselcharakter verlieren und durch neue Wegebeziehungen für Fußgänger und Radfahrer wieder in die Stadt einbezogen werden. Neben dem Neubau der Straße zum Sachsendamm ist insbesondere die Qualifizierung und Erweiterung des Cheruskerparks sowie der Neubau von Grünflächen an Ringbahndamm und Torgauer Straße als Teil der Schöneberger Schleife vorgesehen. Auch hierfür führt das Bezirksamt ein Bebauungsplanverfahren (Nr. XI-231b) durch.
Freiflächen und Parkanlagen
Zu den Vorhaben im Rahmen des Stadtumbaus gehört auch die Anlage von Freiflächen und Parkanlagen, die in den Teilräumen auch als einzelne Projekte umgesetzt werden. Dazu zählen u. a. die Schöneberger Schleife zur Vernetzung von Stadträumen, die Erneuerung und Erweiterung des Cheruskerparks und als längerfristiges Ziel eine Brücke zwischen Bautzener- und Kreuzbergstraße. Ein wichtiges Thema ist der Erhalt der Yorckbrücken. Ebenso könnten die Freiflächen von Schul- und Sportanlagen verbessert werden.
Bei der Umsetzung des Programms gibt es enge Abstimmungen mit den Anwohnern und den Interessenvertretern der angrenzenden Wohngebiete sowie den jeweiligen Grundstückseigentümern und Nutzern, um das Stadtumbaugebiet als vielfältigen Dienstleistungs-, Gewerbe- und Wohnstandort zu entwickeln. Die Maßnahmen begannen 2006 und werden voraussichtlich bis 2015 andauern.
Ausstellung "Stadtumbau in Berlin - eine Zwischenbilanz" eröffnet
21.07. - 19.08. im Gebäude der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
Interessenbekundungsverfahren für Bürgergarten Moabit
Für Gemeinschaftsgarten wird ein Träger gesucht
Park in der Rüdickenstraße in Hohenschönhausen wird am 1.9. eingeweiht
BMX-Bahn und Spielplatz wurden zum Ferienbeginn übergeben
Thesenpapier zur Profilierung des Stadtumbau Ost ab 2010
Dokument ist Ergebnis einer Workshopreihe von BMVBS, BBSR und Bundestransferstelle
Stadtumbau in Buch beginnt mit zwei Projekten des Jugendamtes
Kitagebäude wird zum Beratungs- und Nachbarschaftshaus









