Die Waldorfschule besteht seit 1987 im Märkischen Viertel. Seinerzeit übernahm sie das Schulgrundstück der ehemaligen "Schwarzen Schule" samt Gebäuden vom Bezirksamt Reinickendorf, das an dieser Stelle den öffentlichen Schulbetrieb eingestellt hatte. Heute gehen hier etwa 430 Schüler zur Schule. Die einzügige Schule reicht von der Elementarstufe (Vorschule) bis zum Abitur.
Die Waldorfschule ist eine Schule in freier Trägerschaft, die sich in Schulkonzept und Pädagogik an den Lehren des Anthroposophen Rudolf Steiner orientiert. Besonderes Merkmal dieser Pädagogik ist ein ganzheitlicher Ansatz, nachdem Kinder nicht nur kognitiv lernen sollen, sondern mit "Kopf, Herz und Hand". Künstlerische, handwerkliche und schultypische Lerninhalte (wie Deutsch, Mathematik, Naturwissenschaften und Fremdsprachen) stehen gleichberechtigt nebeneinander. Dieses besondere Profil bedingt, dass die Waldorfschule nicht nur von Kindern aus dem Märkischen Viertel besucht wird, sondern auch von vielen Kindern aus dem ganzen Berliner Norden.
Waldorfschulen sind essentiell auf das Engagement der Eltern angewiesen. Auch im Märkischen Viertel haben die Eltern einen großen Anteil an der Entwicklung der Schule – so auch bei den jüngsten Baumaßnahmen, bei denen viele Eltern selbst tatkräftig mitgeholfen und gespendet haben.
Ab Herbst 2010 fanden umfangreiche Sanierungs- und Neubaumaßnahmen statt. Das alte Schulgebäude wurde von August 2010 bis September 2011 energetisch saniert. Von Sommer 2010 bis Januar 2011 wurde der Schulbetrieb nach Berlin-Buch ausgelagert. Am 9. und 10. September 2011 wurde der Abschluss der Sanierung des Altbaus gefeiert.
Der mit Mitteln des Stadtumbaus West kofinanzierte Neubau des Mehrzweckgebäudes wurde im Frühjahr 2012 abgeschlossen. Neben der Nutzung als Essenraum werden hier auch Aufführungen, Sitzungen Feste und andere Veranstaltungen stattfinden.
Das neue Mehrzweckgebäude schließt direkt an die ebenfalls fertiggestellte Küche an. Der etwa 230 qm große Innenraum bietet Platz für 150 bis 200 Personen. Durch eine flexible Trennwand ist der große offene Raum in der Mitte teilbar. Daher erhielt er zwei separate Ausgänge auf die überdachte Terrasse. Außerdem kann eine mobile Bühne aufgestellt werden. Auf dem Dach des Neubaus befindet sich eine Photovoltaik-Anlage, die die Küche und den Mehrzweckraum mit Strom versorgt.
Die Um- und Neubauprojekte wurden von vielen Seiten unterstützt und finanziert: Zum einen investiert der Schulträger selbst in diesen Standort. Neben Stadtumbau-Mitteln flossen auch Fördermittel aus dem Umweltentlastungsprogramm Berlin (UEP II) der Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz, aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung (KP II) sowie aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) der EU in die Vorhaben ein. Erheblich zur Finanzierung beigetragen hat außerdem eine Spendenaktion des Trägervereins, bei der etwa 350.000 Euro gesammelt wurden.
Das neue Mehrzweckgebäude wurde am 27. April 2012 in Anwesenheit von Bezirksstadtrat Andreas Höhne feierlich eingeweiht.
B. Hunkenschroer, S.T.E.R.N. GmbH