Das Fördergebiet Spandau-Falkenhagener Feld

im Wohngebiet Falkenhagener Feld

Das Gebiet ist eine seit Anfang der 60er Jahre in mehreren Bauabschnitten entstandene Großsiedlung am westlichen Stadtrand. Auf beiden Seiten der Falkenhagener Chaussee wurden rund 10 000 Wohnungen in Vier- bis Sechszehngeschossern errichtet, vorwiegend im Sozialen Wohnungsbau. Im Wohngebiet gibt es acht Kitas, sechs Schulen und zwei Jugendeinrichtungen. Kleinere und größere Handels- und Dienstleistungseinrichtungen befinden sich im Umfeld und sind mit dem gut ausgebauten öffentlichen Verkehrsnetz schnell erreichbar.

Bei der Festlegung des Gebietes stand die Großsiedlung klar im Mittelpunkt. Ebenfalls in die Förderung einbezogen sind die B.-Traven-Oberschule, das soziokulturelle Zentrum "Forum" und der Spektepark mit dem Spektesse als Naherholungsbereich.

Skulptur vor dem Supermarkt
Skulptur vor dem Supermarkt

Das Falkenhagener Feld wurde als Stadtumbaugebiet ausgewählt, um dem sich abzeichnenden wachsenden Wohnungsleerstand präventiv entgegen zu wirken und die Attraktivität des Wohnquartiers zu erhöhen. Die Potenziale sind vorhanden: gut ausgebaute Verkehrsverbindungen insbesondere zum Bezirkszentrum, eine gutes Bildungs- und Jugendfreizeitangebot und großflächige Grün- und Freiflächen. Doch die Bevölkerungsstruktur hat sich in den letzten Jahren verändert, der demographische Wandel ist hier am Stadtrand besonders deutlich zu beobachten. Schon jetzt sind 20 Prozent der Bewohner über 65 Jahre alt. Ursprünglich war die Siedlung in erster Linie für Familien mit Kindern erbaut worden, jetzt ziehen die Kinder weg, ein Generationswandel setzt ein. Demgegenüber kann ein  Zuzug von Familien mit Migrationshintergrund beobachtet werden. Der Anteil an Erwerbslosen im Wohnquartier ist hoch. Die sozialen und kulturellen Angebote im Stadtteil müssen sich den veränderten Herausforderungen anpassen. Die Maßnahmen des Stadtumbaus werden dies unterstützen.

Um die Integration und das Zusammenleben im Stadtteil zu verbessern, wurde die Großsiedlung Falkenhagener Feld auch in das Programm "Soziale Stadt" aufgenommen. Die beiden Förderprogramme zielen mit unterschiedlichen Instrumenten in die gleiche Richtung: der Stabilisierung und Attraktivierung der Wohnsiedlung. Die Synergien zwischen der sozialstrukturellen und der städtebaulichen Anpassung gilt es, zu nutzen.

Informationen

Stadtumbau-Programm: West

Fläche: ca. 220 ha

Einwohner: ca. 20.400 (Stand: 2008)

Dokumentation des Fördergebiets:

Übersichtsplan

aktuellabgeschlossen
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Ziel

Das Stadtumbaukonzept steht unter dem Leitmotiv "Ein Stadtteil nutzt seine Potenziale". Daraus wurden vier Ziele abgeleitet, die perspektivisch in Handlungsbereiche gegliedert und dann konkretisiert werden.

 

Handlungsbereich 1: Qualifizierung des Wohnungsangebotes und der städtebaulichen Struktur

Die meisten Gebäude müssen von Grund auf instand gesetzt, die Wohnungen den veränderten Anforderungen angepasst werden. Zu prüfen ist, inwieweit Standorte für Neubauten auch vermarktbar sind. Dafür ist eine Zusammenarbeit mit den Eigentümern zur Entwicklung gemeinsamer Strategien notwendig. Auch die Nahversorgungszentren sind vielfach nicht mehr konkurrenzfähig und müssen aufgewertet und umgebaut werden.

Handlungsbereich 2: Flächenaktivierung für Bewegung und Gesundheit

Der Stadtteil im Grünen soll insbesondere im Bereich Sport weiter entwickelt werden. Dazu ist vorgesehen, unter Beachtung des Landschaftsschutzes, Freiflächen für Freizeiteinrichtungen nutzbar zu machen. Das eröffnet zudem Chancen für die verstärkte Integration der Migrantenfamilien.

Handlungsbereich 3: Entwicklung des Stadtteils für das Zusammenleben der Generationen und Ethnien

Um ein tolerantes Miteinander aller Bewohner zu befördern, sollen Räume für Kultur, Begegnungen und Kommunikation aufgebaut werden. Für die älteren Menschen wird ein Netzwerk für Service und Dienstleistungen geknüpft. Qualifizierungs- und Beschäftigungsmaßnahmen sind ebenso geplant wie die Stärkung des Ehrenamtes. Das soll erreicht werden einerseits durch Instandsetzung und Umbau vorhandener Gebäude, andererseits durch Aufwertungsmaßnahmen im Wohnumfeld.

Handlungsbereich 4: Neue Kooperation und bürgerschaftliches Engagement

Dazu soll durch Vernetzung und Zusammenarbeit zwischen Wohnungseigentümern, Bewohnern, sozialen und kulturellen Projekten und Initiativen das Eigenpotential der Bewohner und Akteure im Siedlungsgebiet verstärkt und ausgebaut werden.

Umsetzung

Wohngebiet am Spektepark

In der Voruntersuchung wurden vier Maßnahmenbereiche mit insgesamt 24 möglichen Projekten aufgeführt:

  • Umbau der Quartiersmittelpunkte Westerwaldstraße und Posthausweg
  • Anpassung und Diversifizierung der Wohnungsbestände
  • Ausbau des Spekteparks
  • Qualifizierung der sozialen Infrastruktur

Viele Projekte befinden sich aktuell (2010) in der Umsetzung, einige konnten bereits abgeschlossen werden. 

Text: R. Friedrich, S.T.E.R.N., bearb. A. Stahl, 2009, Quelle: Bezirksamt Spandau, Fotos: R. Friedrich

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