Fennpfuhl
Immer weniger Kinder und Jugendliche, die in die vorhandenen Schulen oder Kitas gehen könnten, dafür relativ viele ältere Anwohner " so lautete zur Zeit des Stadtumbau-Wettbewerbs die Bevölkerungsbilanz für das Gebiet längs der Landsberger Allee. Insgesamt zwölf Prozent der Bewohner waren im Zeitraum von 1992 bis 2002 von dort weggezogen.
Den größten Teil der Häuser machen die Plattenbauten aus. Die meisten Wohnungen waren im Jahr 2002 modernisiert, dennoch standen gut sechs Prozent leer. Neue Handels- und Dienstleistungszentren wie Allee Center, Hohenschönhausener Tor oder Storkower Bogen liefen dem traditionellen Ortsteilzentrum Anton-Saefkow-Platz den Rang ab.
Probleme
In noch nicht sanierten Gebäuden und an lauten Straßen wohnt es sich schlecht " immer mehr Leute drängte es in andere Stadtteile. Darunter zählten wohl auch einige, die ihre Kinder nicht in unsanierte Schulen oder Kitas schicken wollten. Ein in Teilen als Grillplatz zweckentfremdeter Park am Fennpfuhl, die seit Jahren geschlossenen Seeterrassen, nicht ausreichend vorhandene Sportflächen oder fehlende Parkplätze schmälerten die Wohnqualität zusätzlich.
Auch die verstreut im Gebiet liegenden Brachflächen machten den Stadtteil nicht anziehender " ebenso wenig wie die viel befahrene Landsberger Allee, die als Barriere das Quartier zerschneidet.
Wie es mit dem Anton-Saefkow-Platz weiter laufen würde, war unklar. Im Ungewissen lag 2002 auch die Zukunft des Kaufhauses dort: Es war mit öffentlichen Verkehrsmitteln schlechter zu erreichen als die neuen Center, noch dazu würde 2004 der Vertrag mit der Kaufhof AG auslaufen.
Strategie
Das Wohngebiet sollte nach dem Leitbild "Wohnen im Grünen " Mitten in der Stadt" stabilisiert werden, so der Vorschlag. Ziel war eine Kombination öffentlicher Promenaden und Parks unter Einbeziehung umliegender Wohnhöfe, grünes Herzstück würde der Fennpfuhl-Park sein. Ein lichter Wald mit Spiel- und Sportangeboten sollte Menschen auf die jetzige Brache im Altenhofer Dreieck locken.
Neue Grundrisse oder die Sanierung von Wohnungen, die nicht mehr dem aktuellen Standard entsprachen, sollte dazu beitragen, dass ein Rückbau unnötig blieb. Leerstehende Kitas oder Schulen würden dagegen abgerissen oder anderweitig genutzt, die verbleibenden Standorte saniert werden.
Eine Umgestaltung würde nach den Planungsideen von 2002 dem Stadtteilzentrum am Anton-Saefkow-Platz wieder auf die Füße helfen; und Fußgänger könnten die Landsberger Allee auf verbesserten Überwegen leichter queren.
Erste Umsetzungsmaßnahmen
Fast alle Wohnungen im Gebiet waren saniert " Abriss verbot sich damit von selbst; die Eigentümer sollten deswegen durch andere Maßnahmen versuchen, neue Mieter zu bekommen oder alte zu halten.
Dagegen wurden kurz- bis mittelfristig zehn Infrastrukturstandorte in die Rückbauplanung aufgenommen. Für die Gestaltung der dadurch entstehenden Freiflächen standen Mittel aus dem Stadtumbauprogramm bereit, ebenso wie für die Aufwertung der Anton-Saefkow-Promenade.
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