Das Fördergebiet Friedrichsfelde
Der Stadtteil Friedrichsfelde wurde 1265 erstmals als "Rosenfelde" urkundlich erwähnt. 1821 gestaltete Peter Joseph Lenné den Schlosspark Friedrichsfelde in einen Landschaftsgarten um, der heute Bestandteil des Tierparks Friedrichsfelde ist. Dem verschwenderischen Baustil des 19. Jahrhunderts folgte in den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts das "Neue Bauen", mit dem im Ortsteil experimentiert wurde, zu sehen an der Ulmen-, Pappel- und Sonnenhofsiedlung.
Seit den 60er Jahren entstanden überall im Stadtteil kleinere Wohnquartiere. Zwischen 1979 und 1984 wurden die Altbauten an der Straße Alt-Friedrichsfelde saniert und gegenüber große Plattenbauten errichtet. Insgesamt wurden zwei Drittel der Wohnungen im Gebiet zwischen 1950 und 1990 errichtet.
Nach dem Ende der DDR hat es in Friedrichsfelde im Gegensatz zu anderen Stadtteilen keinen dramatischen Bevölkerungsrückgang gegeben. Dagegen vollzog sich ein Wandel in der Bevölkerungsstruktur. Bis etwa 2005 war ein starker Zuzug von jungen Haushalten festzustellen. Die Zahl der Kinder bis 12 Jahre und insbesondere die Zahl der Vorschulkinder steigt daher noch weiter an. In Zukunft wird die Bewohnerstruktur stärker von Jüngeren und Menschen im hohen Alter geprägt sein. Die Erstbeziehergeneration der Quartiere aus den 70er und 80er Jahren wird 2020 zu den über 80-jährigen zählen. Ab etwa 2005 begann die Bevölkerungszahl wieder leicht abzunehmen - bis 2009 um insgesamt 2%.
Die Auswertung der Wanderungsbewegungen zeigt außerdem, dass Friedrichsfelde vor allem ein Zuzugsgebiet von Menschen aus dem Ausland sowie den neuen Bundesländern war. Zudem zogen in den 90er Jahren viele Aussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion in das Gebiet. Dies betrifft vor allem die Quartiere Gensinger Viertel, Massower Straße und Friedrichsfelde Süd. Die starken Wanderungsbewegungen sind in den letzten Jahren zum Stillstand gekommen.
Der Wohnungsleerstand im Fördergebiet sank bis 2009 auf 2,7 %, ist also zu vernachlässigen. Nahezu alle Wohnungen sind voll- oder teilsaniert. Eine Konzentration von Objekten mit höherem Leerstand befindet sich im östlichen Teil des Gensinger Viertels. Der Wohnungsbestand insgesamt stieg von 2003 bis 2009 an.
Informationen
Fläche: ca. 350 ha
Wohnungen: ca. 28.207
Einwohner: 48.671 (Stand: 2009)
Dokumentation des Fördergebiets:
Ziele des Stadtumbaus
Schwerpunkt ist die Profilierung des Gebietes. Das bedeutet in erster Linie die Wiederbelebung der historischen "Friedrichsfelder Mitte" als Ort der Begegnung aller Generationen, mit soziokulturellen Einrichtungen, Seniorentreffs und attraktiven Straßenräumen.
Die geplanten Aufwertungsmaßnahmen konzentrieren sich auf die Gestaltung von Freiflächen und die Verknüpfung bestehender Grünflächen. Um Wohnen und Arbeiten zu verbinden, sollen vorhandene Potenziale für die gewerbliche Nutzung sowie Büroräume ausgebaut werden.
Stand der Sanierung und Ausblick
Im Jahr 2002 stand der Bezirk auch in Friedrichsfelde vor der Aufgabe, mit umfassenden Kapazitäten von nicht mehr gebrauchten Kitas und Schulen umzugehen. Von den insgesamt 18 Gebäuden konnten bis 2007 sieben Gebäude für gemeinwesenorientierte Angebote nachgenutzt werden (siehe Beispiel Kultschule Sewanstraße). Neun Gebäude wurden abgerissen. Von den frei gewordemen acht Grundstücken werden vier weiterhin öffentlich genutzt (Projektbeispiel Quartierspark Mellenseestraße). Auch die Aufwertung der Sportanlage Zachertstraße beruht auf dem Zugewinn von Flächen nach der Aufgabe eines Schulstandortes.
Besonderer städtebaulicher Handlungsbedarf besteht weiterhin für das Wohngebietszentrum im Gensinger Viertel (Kalinka), für zwei Teilbereiche im Rosenfelder Ring, dem brach gefallenen Gemeinbedarfsstandort an der Elfriede-Tygör-Straße sowie dem südlichen Auftakt für Friedrichsfelde an der Straße am Tierpark.
Gensinger Viertel
Das Gensinger Viertel liegt abgeschnitten von anderen Wohnquartieren zwischen Rhinstraße, Alt-Friedrichsfelde (B96) und den S-Bahngleisen im Norden und Osten. In den Jahren bis 2002 hat es große Zuzüge von Familien aus der ehemaligen Sowjetunion gegeben. Für diese Bevölkerungsgruppe sollen zukünftig mehr sozio-kulturelle Angebote zur Begegnung und Integration geschaffen werden.
Das Angebot für größere Kinder und Jugendliche im Quartier konnte 2011 erweitert werden: Das mit Stadtumbau-Mitteln finanzierte "Haus der 2 Türen" wurde eröffnet - ein Neubau für zwei Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit.
Großer Handlungsbedarf besteht im Wohngebietszentrum um die ehemalige Gaststätte "Kalinka". Hier soll nach Möglichkeit ein Einkaufszentrum mit Anbindung an die B96 entstehen.
Rosenfelder Ring
Auch das Wohngebiet Rosenfelder Ring ist aufgrund der angrenzenden Verkehrsmagistralen ein stark isolierter Teilraum von Friedrichsfelde. Durch die räumliche Trennung vom übrigen Quartier ist eine bessere Versorgung mit sozialen Einrichtungen besonders wichtig.
Mit dem Bau einer Promenade und des Stadtplatzes „Rosenfelder Platz“ sind die Defizite im Bereich öffentlicher Freiflächen im Wesentlichen beseitigt worden. Weiterhin konnten zwei leer stehende Kitas für spezielle Wohnangebote für Senioren umgenutzt werden.
2009 bis 2011 entstand auf einer Schul-Rückbaufläche ein vielfältig nutzbarer Quartierspark mit Angeboten für Kinder, Jugendliche und Senioren.
Historische Mitte
Nach der Aufwertung des Zentrumsbereichs am U-Bahnhof Friedrichsfelde durch eine öffentliche Grünanlage geht es vor allem darum, leer stehende öffentliche Gebäude wieder nutzbar zu machen. Handlungsbedarf besteht nach wie vor für die restlichen noch nicht aufgewerteten Teile der öffentlichen Grünanlage.
Friedrichsfelde Süd
Der Stadtteil Friedrichsfelde Süd liegt unmittelbar in Nachbarschaft zum Tierpark mit dem Schloss Friedrichsfelde. In den 1990er Jahren wurde durch das Einkaufszentrum "Bärenschaufenster" der Zentrumsbereich am U-Bahnhof Tierpark ergänzt. Dieser Bereich wurde bis 2008 durch die Neuanlage der Dathepromenade und die Umgestaltung des Datheplatzes erheblich aufgewertet.
Im Neubaugebiet Dolgenseestraße wurden zwei Freiflächen als Kiezgarten bzw. Quartierspark aktiviert.
Ansprechpartner
Dahlem, MargittaSenatsverwaltung für Stadtentwicklung und UmweltIV B 43 | Württembergische Straße 6 10707 Berlin Tel: (030) 90139 4863 Fax: (030) 90139 4801 E-Mail: margitta.dahlem[at]senstadt.berlin[.]de |
Schmitz, WernerBezirksamt Lichtenberg, Abt. Stadtentwicklung, Fachbereich StadtplanungStapl F | Alt-Friedrichsfelde 60 Haus 2, 12.-13. Etage 10315 Berlin Tel: (030) 90296 6469 Fax: (030) 90296 6409 E-Mail: werner.schmitz[at]lichtenberg.berlin[.]de |
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