Die Friesen-Grundschule soll in den nächsten Jahren entsprechend dem hohen Bedarf am Grundschulplätzen als Quartiersschule ausgebaut und erweitert werden. Nach einem konkurrierenden Verfahren mit fünf Architekturbüros wurde das Büro Staehr Architekten mit der Planung der drei Bauteile Hauptgebäude, Ergänzungsbau und Ausweich-Container beauftragt.
Bei dem bestehenden Hauptgebäude handelt es sich um einen viergeschossigen Plattenbau in Großtafelbauweise des Systems POS 81. Das Gebäude wurde 1985 errichtet und wird seitdem als Schule genutzt.
Das gesamte Gebäude wird energetisch saniert, modernisiert und so umgestaltet, dass der Bestandsbau barrierefrei nutzbar ist. Des weiteren werden die Fassaden und Innenräume neugestaltet. In Teilbereichen werden Grundrissänderungen zur Anpassung an die Erfordernisse des Raumprogramms, der Haustechnik und Brandschutzanforderungen vorgenommen.
Ausweich-Pavillons
Die Grundkonzeption sah auch einen Ausweichbau für die Zeit der Sanierung des Hauptgebäudes vor, um den Schulbetrieb während der Sanierung aufrechterhalten zu können.
Die temporären Räumlichkeiten werden vor Beginn der Sanierung des Bestandsgebäudes errichtet und dienen als Ausweichflächen während der Sanierungsphase und als Erweiterungsflächen nach Abschluss der Bauarbeiten. Sie können später für den Hort oder als zusätzliche Klassenräume bei weiter steigenden Schülerzahlen. Die separate Erschließung ermöglicht auch eine Umnutzung für sozio-kulturelle Angebote im Kiez.
Die Ausweichgebäude für die temporären Klassenräume gliedern sich an den geplanten überdachten Verbindungsgang des Erweiterungsbaus an der nördlichen Grundstücksgrenze an (siehe eigene Darstellung Ergänzungsbau). Sie werden als zwei pavillonartige Baukörper in Massivbauweise ausgebildet und bilden die neue räumliche Begrenzung des zentralen Pausenhofes. Die beiden Baukörper erhalten ein vorgehängtes Rankgerüst zur Begrünung. Die Ausweichbauten beherbergen insgesamt vier Klassenräume und entsprechende Sanitäranlagen inklusive einer behindertengerechten Toilettenanlage.
Sanierung des Hauptgebäudes
Die energetische Sanierung umfasst die Fassadensanierung mit Aufbringung eines Wärmedämmverbundsystems mit Putzfassade, den Austausch der Bestandsfenster und Eingangstüren gegen neue Holzfenster und Stahl-/Glaseingangstüranlagen, sowie die Dachsanierung mit Erneuerung der Wärmedämmung und Abdichtung. Im Erdgeschoss ist zusätzlich eine vorgehängte Metallfassade vorgesehen.
Die Fassaden werden dabei neu gegliedert. Zur Verbesserung der Belichtung der Flure und Treppenhäuser werden Fensteröffnungen vergrößert. Das gesamte Gebäude erhält außenliegenden Sonnenschutz, im Erdgeschoss als horizontale Metallklappläden. Die Treppenhäuser erhalten neue Eingangsüberdachungen.
Im Inneren werden die Sanitärräume behindertengerecht umgestaltet und die lichten Durchgangsmaße der Türöffnungen den Anforderungen an die Barrierefreiheit angepasst. Die barrierefreie Erschließung des Gebäudes erfolgt über Rampen und eine Aufzugsanlage im geplanten Erweiterungsbau.
Alle Wand- und Deckenflächen werden malermäßig überarbeitet. Die Sanitärbereiche erhalten Wandfliesen. Mit Ausnahme der Verkehrsflächen und Foyerbereiche im Erdgeschoss werden alle Fußbodenoberbeläge erneuert.
staehr architekten, Bearbeitung und Foto: Anka Stahl
Die Friesen-Grundschule ist ein Typenbau aus den 80er Jahren
Informationen
Auftraggeber: Land Berlin, Bezirk Marzhan-HellersdorfBauherr: Bezirksamt Marzhan-Hellersdorf, Amt für Bildung u. KulturProjektsteuerung: Bezirksamt Marzhan-Hellersdorf, SE ImmobilienmanagementFinanzierung (Förderprogramme etc.): Stadtumbau OstGesamtbaukosten: Sanierung und Ausweich-Pavillons ca. 3,6 Mio. EURRealisierungszeitraum: ab 2012
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