Das ehemalige "SA-Gefängnis Papestraße" gehört zu den wenigen noch erhaltenen Zeugnissen der Anfangszeit des nationalsozialistischen Terrors. Es befand sich auf dem Kasernengelände der preußischen Eisenbahntruppen in Berlin-Schöneberg. Im heutigen Gebäude Werner-Voß-Damm 54a hatte die SA-Feldpolizei von März bis Dezember 1933 ihr Quartier. Die Keller des Hauses dienten in dieser Zeit als Haftstätte. Nach vorsichtigen Schätzungen waren hier in dieser Zeit mindestens 2000 Menschen inhaftiert.
Heute sind die oberen Etagen des Hauses Werner-Voß-Damm 54a komplett vermietet. Raumaufteilung, Türen und Wandanstriche der Kellerräume sind jedoch weitgehend im Originalzustand erhalten, was dem Ort seine hohe Authentizität verleiht.
1992 erhielt die Geschichtswerkstatt Papestraße von einem Zeitzeugen einen Hinweis zum bisher unbekannten Ort des SA-Gefängnisses auf dem früheren Kasernengelände. Bei der anschließenden Untersuchung der Kellerräume des Gebäudes wurden an Wänden und Kellertüren Bleistiftzeichen von Opfern und Tätern entdeckt.
Seit 1998 organisiert die Geschichtswerkstatt zwei Mal im Jahr Führungen durch die Kellerräume. 2003 beschloss die Bezirksverordnetenversammlung hier eine Gedenk- und Begegnungsstätte zu etablieren. Mit der Aufnahme in das Programm Stadtumbau West 2005 konnte die Finanzierung gesichert werden. 2010 wurde der Ort nun für die Öffentlichkeit hergerichtet. Die Eröffnung ist für Anfang 2011 geplant.
Mit einer technischen Bestandsaufnahme und einer restauratorischen Untersuchung waren die Planungsgrundlagen für eine den Bestand schonende Herstellung des Gedenkortes geschaffen worden. Der Raumplan wurde mit dem Museum Schöneberg und der Initiative abgestimmt.
Fast der gesamte Keller wurde vom Bezirk angemietet, so dass der Gang als Gedenkort in seinen ursprünglichen Ausmaßen zur Geltung kommt. Hergerichtet wurden ein separater Eingang, Ausstellungs-, Projekt- und Veranstaltungsräume sowie ein Gedenkraum. Zwei Informationsstelen werden den Ort kennzeichnen.
Die Gebrauchsspuren aller Nutzungsphasen blieben im Wesentlichen erhalten. Mit Gestaltungselementen wie Licht, Farbe und Material wird das Verständnis des Ortes behutsam unterstützt.
Ein weiteres historisches Projekt ist der Geschichtsparcours Papestraße. Der Gedenkort Haus 54a ist eine Station des historischen Rundwegs.
Der Gedenkort wurde am 7. April 2011 in Anwesenheit des Bezirksstadtrates für Schule, Bildung und Kultur, Dieter Hapel, und dem Direktor der Stiftung Topographie des Terrors, Prof. Dr. Andreas Nachama, eröffnet.
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Württembergische Straße 6, 10707 Berlin
Telefonzentrale: 030 90139-3000 / Berliner Behördenrufnummer: 115