Das Fördergebiet Neu-Hohenschönhausen
Neu-Hohenschönhausen ist ein Ortsteil des Bezirks Berlin-Lichtenberg am nordöstlichen Stadtrand von Berlin. Das Fördergebiet ist - wie Marzahn und Hellersdorf - eine durch den industriellen Wohnungsbau der DDR geprägte Großsiedlung. Es grenzt an das noch unverbaute Brandenburger Umland und hat mit Regionalbahn, S-Bahn, Bus und Tram gute Verkehrsanbindungen an die Innenstadt.
Die Siedlung mit ihren circa 29.000 Wohneinheiten entstand zwischen 1984 und 1989. Die Fünf- bis Elfgeschosser, die sich meist um Höfe gruppieren, sind nahezu vollständig saniert. Das Linden-Center und andere kleinere Einrichtungen, die Bibliothek und das Multiplex-Kino bieten zahlreiche Einkaufs- und Dienstleistungsmöglichkeiten sowie Freizeitangebote.
Die Bevölkerung ging in den letzten Jahren zurück - ein Trend, der sich voraussichtlich bis auf 50.000 Bewohner im Jahr 2015 fortsetzen wird. 2001 hatte der Ortsteil noch 58.800 Einwohner. Damit verbunden ist ein Alterungsprozess der Gesamtbevölkerung. Durch Zuzug junger, allerdings oft einkommensschwacher Familien steigt die Zahl der Kinder derzeit wieder.
Der drastische Geburtenrückgang in den 90er Jahren bedingte einen hohen Leerstand von Kindertagesstätten und Schulen. Nachnutzungskonzepte lagen zu Beginn des Stadtumbaus kaum vor.
Informationen
Fläche: ca. 4,10 ha
Wohnungen: ca. 29.000 WE (Stand: 2008)
Baualter bis 1990: 99,5 Prozent
Baualter ab 1990: O,5 Prozent
Einwohner: 53.600 (Stand: 2008)
Dokumentation des Fördergebiets:
Ziele
In Neu-Hohenschönhausen sollen "Wohnorte für alle Lebensphasen" entstehen, um die Bewohnerstruktur mit einem relativ hohen Anteil an Erwerbstätigen stabil zu halten. Das bedeutet, den Wohnungsbestand und die Ausstattung den Kundenwünschen anzupassen und durch Aufwertung des öffentlichen Raumes die Qualität der Wohnlagen zu verbessern. Dabei sollen die Bewohner zahlreiche Möglichkeiten zur Mitgestaltung haben.
Das Wohnungs- und Infrastrukturangebot wird gezielt auf die Bedürfnisse der vielen jungen Familien wie auch der im Anteil ebenfalls zunehmenden älteren Bevölkerung ausgerichtet. Auch dabei gilt es, die Eigenaktivität der Bewohner zu stärken.
Ein besonderes Problem war zu Beginn des Programms der Leerstand bei Schulen und Kindertagesstätten: Von ursprünglich 26 Kitas und 23 Schulen wurden jeweils 11 nicht mehr benötigt. Sie wurden bis 2009 bereits zum großen Teil zurück gebaut oder für neue Nutzergruppen aufgewertet.
Stand der Sanierung
Durch umfangreiche Sanierungsmaßnahmen an den Gebäuden konnte die Wohnqualität deutlich verbessert werden. Als Folge sind keine Schwerpunkte des Wohnungsleerstandes erkennbar. Durch Rückbau oder Nachnutzung von sozialer Infrastruktur wurden Leerstandsruinen im öffentlichen Raum weitgehend vermieden. Die freizeitbezogene soziale Infrastruktur konnte durch die Umwandlung von Kitas und Schulen zu Jugend- und Stadtteilzentren gestärkt werden. Neue Quartiersparks und Stadtplätze tragen zur Qualifikation des öffentlichen Freiraums bei.
Zukünftige Prioritäten
Die Zentren des Ortsteils und der einzelnen Quartiere sollen erhalten und weiter entwickelt werden. Bis 2013 will man sich deshalb auf verschiedene Teilräume konzentrieren:
Rund um den Prerower Platz geht es um die Stärkung und Aufwertung des Zentrums Neu-Hohenschönhausen durch die Ansiedlung öffentlicher Einrichtungen sowie um die Aufwertungen von Frei- und Brachflächen im südwestlichen Umfeld des S-Bahnhofs und der angrenzenden Wohnbebauung.
Im Quartier "Am Mühlengrund" soll die Schnittstelle zur angrenzenden Einfamilienhaussiedlung durch einen Quartierspark gestaltet werden.
Im Welsekiez geht es vor allem um die Aufwertung der vorhandenen Infrastruktureinrichtungen, die qualitative Verbesserung des Wohnumfeldes und eine soziale Stabilisierung. Dazu wurde gemeinsam mit dem Wohnungsunternehmen HOWOGE ein Kiezmanagement eingerichtet.
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