Das Fördergebiet Neu-Hohenschönhausen

Park mit Familie, im Hintergrund Hochhaus
Quartierspark Neubrandenburger Straße

Neu-Hohenschönhausen ist ein Ortsteil des Bezirks Berlin-Lichtenberg am nordöstlichen Stadtrand von Berlin. Das Fördergebiet ist - wie Marzahn und Hellersdorf - eine durch den industriellen Wohnungsbau der DDR geprägte Großsiedlung. Es grenzt an das noch unverbaute Brandenburger Umland und hat mit Regionalbahn, S-Bahn, Bus und Tram gute Verkehrsanbindungen an die Innenstadt.

Die Siedlung mit ihren circa 29.000 Wohneinheiten entstand zwischen 1984 und 1989. Die Fünf- bis Elfgeschosser, die sich meist um Höfe gruppieren, sind nahezu vollständig saniert. Das Linden-Center und andere kleinere Einrichtungen, die Bibliothek und das Multiplex-Kino bieten zahlreiche Einkaufs- und Dienstleistungsmöglichkeiten sowie Freizeitangebote.

Die Bevölkerungszahl sank von 2002 bis 2009 um ca. 7,5 %. Diese Entwicklung hat sich in den letzten Jahren verlangsamt. Positiv ist auch der starke Anstieg des Anteils der Vorschulkinder an der Gesamtbevölkerung, vor allem durch Zuzug junger, allerdings oft einkommensschwacher Familien. Von 2002 bis 2009 stieg der Anteil der Unter-3-jährigen um 22 % an. Durch die starke Abwanderung der mittleren Altersgruppen in der Vergangenheit ist dennoch ein Alterungsprozess der Gesamtbevölkerung zu verzeichnen. Für die Jüngsten und für die ältere Generation sind vermehrt adäquate Angebote nötig.

Informationen

Stadtumbau-Programm: Ost

Fläche: ca. 4,10 ha

Wohnungen: ca. 29.000 WE (Stand: 2009)
Baualter bis 1990: 99,5 Prozent
Baualter ab 1990: O,5 Prozent

Einwohner: 53.354 (Stand: 2009)

Dokumentation des Fördergebiets:

Übersichtsplan

aktuellabgeschlossenRückbau soziale Infrastruktur: aktuellRückbau soziale Infrastruktur: abgeschlossen
größere Kartenansicht

Ziele des Stadtumbaus

Park, im Hintergrund Klettergerüst
An der Krugwiese wird das Wohngebiet behutsam mit dem Landschaftsraum verzahnt

In Neu-Hohenschönhausen sollen "Wohnorte für alle Lebensphasen" entstehen, um die Bewohnerstruktur mit einem relativ hohen Anteil an Erwerbstätigen stabil zu halten. Durch Aufwertung des öffentlichen Raumes wurde die Qualität der Wohnlagen in den letzten Jahren bereits erheblich verbessert. Wichtig war und ist dabei die aktive Mitsprache und Mitgestaltung der Bewohner.

Durch die Stärkung der lokalen Zentren soll die Großsiedlung an Urbanität gewinnen. Ein weiteres Ziel ist es, die Wohnquartiere stärker mit dem sie umgebenden Landschaftsraum zu verflechten.

Ein besonderes Problem war zu Beginn des Programms der Leerstand bei Schulen und Kindertagesstätten: Von ursprünglich 26 Kitas und 23 Schulen wurden jeweils 11 nicht mehr benötigt. Sie wurden bis 2009 zurück gebaut oder für neue Nutzergruppen aufgewertet (siehe Projektliste).

Stand der Sanierung

Durch umfangreiche Sanierungsmaßnahmen an den Gebäuden konnte die Wohnqualität deutlich verbessert werden. Als Folge sind keine Schwerpunkte des Wohnungsleerstandes erkennbar.

Leerstandsruinen im öffentlichen Raum wurden durch Rückbau oder Nachnutzung von sozialer Infrastruktur vermieden. Die Umwandlung von Kitas und Schulen zu Jugend- und Stadtteilzentren trägt zur nachhaltigen Stärkung der freizeitbezogenen sozialen Infrastruktur bei. Mit Mitteln des Stadtumbaus  wurden spezifische Angebote für Jugendliche, Familien und die ältere Generation ermöglicht (siehe Projektbeispiele Nachbarschaftshaus im Ostseeviertel, Jugendhaus Am Berl (JAB).

Auf den Rückbauflächen entstanden neue Quartiersparks für alle Generationen (Quartierspark Neubrandenburger Straße). Auf der Krugwiese am südöstlichen Rand des Gebiets wurden Sport- und Spielflächen mit dem Landschaftsraum verzahnt.

Durch den Zuzug junger Familien wurden in den Jahren seit 2010 die Kindergartenplätze wieder knapper. Der Bezirk hat reagiert und unterstützt mit Stadtumbau-Mitteln die freien Träger, die in den alten Kitagebäuden nun Familienzentren und neue Kindergärten einrichten. Die vorhandenen Angebote werden dabei so gut wie möglich mit den neuen Betreuungseinrichtungen vernetzt (siehe Projektbeispiel, Kita und Familienzentrum am Berl, Kita im JAB, Krugwiesen Hof).

Zukünftige Prioritäten

Hügel mit Findlingen, Kinder am Wasserspiel, im Hintergrund sanierte Plattenbauten
Naturnaher Quartierspark in der Großsiedlung: Warnitzer Bogen

Die Zentren des Ortsteils und der einzelnen Quartiere sollen erhalten und weiter entwickelt werden. Bis 2013 will man sich deshalb auf verschiedene Teilräume konzentrieren:
Rund um den Prerower Platz geht es um die Stärkung und Aufwertung des Zentrums Neu-Hohenschönhausen durch die Ansiedlung öffentlicher Einrichtungen. Im südwestlichen Umfeld des S-Bahnhofs im Quartier "Am Mühlengrund" wurde nach dem Rückbau einer Schule bereits eine Grünanlage als Schnittstelle zur angrenzenden Einfamilienhaussiedlung geschaffen. Dort entstanden Angebote für Kinder, Jugendliche und Senioren (siehe Projektbeispiel Grünanlage Rüdickenstraße)

Im Welsekiez geht es nach der Aufwertung des Wohnumfeldes durch den Quartierspark (Quartierspark Warnitzer Bogen) vor allem um Stärkung der vorhandenen Infrastruktureinrichtungen, die zur sozialen Stabilisierung beitragen. Dazu wurde gemeinsam mit dem Wohnungsunternehmen HOWOGE ein Kiezmanagement eingerichtet.

Ansprechpartner

Dahlem, Margitta
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt
IV B 43
Württembergische Straße 6
10707 Berlin
Tel: (030) 90139 4863
Fax: (030) 90139 4801
E-Mailmargitta.dahlem[at]senstadt.berlin[.]de
Schmitz, Werner
Bezirksamt Lichtenberg, Abt. Stadtentwicklung, Fachbereich Stadtplanung
Stapl F
Alt-Friedrichsfelde 60 Haus 2, 12.-13. Etage
10315 Berlin
Tel: (030) 90296 6469
Fax: (030) 90296 6409
E-Mailwerner.schmitz[at]lichtenberg.berlin[.]de
Text: R. Friedrich, A. Stahl, 2009, Quelle: Bezirksamt Lichtenberg, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Fotos: A. Stahl und Bezirksamt Lichtenberg, Bau-Plan-Consult GmbH
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