Stadtumbau Berlin Ost und West  

 

Stadtumbau Ost und West

Das Fördergebiet Neukölln-Südring

Projekte des Fördergebiets

Das Stadtumbaugebiet Neukölln-Südring erstreckt sich in Nord-Süd-Richtung etwa zwischen dem südlichem S-Bahnring und der Grenzallee. Die West-Ost-Ausdehnung reicht von der Bezirksgrenze zu Treptow-Köpenick bis zur Karl-Marx-Straße (siehe interaktive Karte).  

Neukölln-Südring ist ein überwiegend industriell geprägtes Gebiet mit vielen Facetten:
Den Kern des Gebietes bildet das traditionelle Industriegebiet, eine der größten ehemaligen Industrieflächenreserven im westlichen Teil der Stadt mit vielen stadtbekannten, modernen und leistungsfähigen Betrieben.

Ziel des Stadtumbaus ist die Stabilisierung des Gebiets in seiner Funktion als Gewerbe- und Industriegebiet sowie seine Anpassung an die neuen Standortqualitäten, die nach der Wende entstanden sind: dem Anschluss an die Stadtautobahn und den neuen Flughafen BBI.  Neukölln-Südring soll als gute Adresse innerhalb des Bezirks und darüber hinaus wahrgenommen werden.  

Informationen

Stadtumbau-Programm: West
Fläche: ca. 265 ha
Einwohner: ca. 1400 (Stand: 2008)
größere Kartenansicht
AktuellAbgeschlossen
S-Bahn vor moderner Glasfassade
Die schönen Seiten von Neukölln-Südring gilt es zu stärken

Weitere Besonderheiten des Gebiets sind die vielen Wasserlagen und die aufgegebenen Bahnflächen: der ehemalige Güterbahnhof Neukölln und der ehemalige Güterbahnhof Treptow. Hier gilt es, sinnvolle Nachnutzungen zu finden. Im Bereich zwischen Sonnenallee und der Grenze zu Treptow besteht ein heterogenes Konglomerat aus Jobcenter, Altmetallverladung, Hotel- und Veranstaltungsbetrieb, Kleingewerbe und Kleingärten.

Die Karl-Marx-Straße als eine der lebendigsten Berliner Einkaufsstraßen gehört mit ihrem südlichsten Abschnitt ebenfalls zum Stadtumbaugebiet. Hier steht die Verbesserung des Straßenraumes und die Vitalisierung der Geschäftsstraße im Vordergrund.

Zusammenfassend liegen die Aufgaben des Stadtumbau-Prozesses in erster Linie in der Verbesserung der Qualität des öffentlichen Raumes zugunsten der ansässigen Betriebe und Beschäftigten, aber auch der Besucher und „Durchradler“ zwischen Rudow und Kreuzberg. Das Gebiet soll in seiner Funktion gestärkt und zukunftsfähig gemacht werden. Dazu wurden von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, dem Bezirksamt und den Gebietsbeauftragten vier Leitlinien entwickelt, die in den kommenden Jahren mit konkreten Projekten ausgestaltet werden.  

Straße als Raum

S-Bahnbrücken und befahrene Straße
An der Sonnenallee

Straßen sind die Lebensadern einer Großstadt. Ihre Funktionalität ist nicht nur wichtig für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und die Sicherheit in einem Stadtviertel, sondern auch für dessen Attraktivität für Anwohner und Gäste. Einige Straßen Neuköllns erfüllen diese Ansprüche als Lebensader und Aushängeschild bisher nur mangelhaft. Mit Mitteln aus dem Programm Stadtumbau West soll im Fördergebiet Neukölln-Südring die "Straße als Raum" begriffen und als Identifikationsort umgestaltet werden. Die Sicherheit und Aufenthaltsqualität für alle Verkehrsteilnehmer soll verbessert werden ohne damit die Funktionalität für Wirtschaft und Gewerbe zu schwächen.

Im Zeitraum von 2010 bis 2013 profitieren vor allem die Südliche Karl-Marx-Straße, die Lahnstraße und das Umfeld des Bahnhofs Sonnenallee von den Stadtumbau-Maßnahmen.

Grünes Wegenetz

Kanal, grünes Ufer, bebautes Ufer, weitere Brücke
Blick von der Teupitzer Brücke über den Neuköllner Schifffahrtskanal

Bislang ist das Industriegebiet Neukölln-Südring ein "fehlendes Bindeglied" bei den 20 grünen Hauptwegen Berlins. Wenn in einigen Jahren mit Hilfe des Stadtumbaus alle Bauabschnitte des Grünen Netzes realisiert sein werden, wird es eine durchgehende Wegeverbindung von Teltowkanal bis zum Landwehrkanal geben - entlang der Ufer, geeignet für Fußgänger und Radfahrer.

Darüber hinaus wird die Möglichkeit eines Stegs für Fußgänger und Radfahrer an der bestehenden Autobahnbrücke über den Britzer Zweigkanal geprüft. Dieser Steg könnte das Grüne Netz mit den Erholungsflächen in Treptow verbinden. 

Die vollständige Realisierung des Wegenetzes wird intensive Abstimmungen mit den Eigentümern der Flächen und z.T. innovative Lösungen für die Wegführung erfordern. Auch die Finanzierung und die spätere Pflege bzw. bauliche Instandhaltung müssen abgesichert werden. Die Realisierung erfolgt deshalb in unterschiedlichen Bauabschnitten. Jeder Abschnitt wird in sich nutzbar sein und eine spürbare Aufwertung des Gebietes mit sich bringen. 

Neukölln ans Wasser

2 Wasserläufe, Hafenkran, im Hintergrund moderne Glasfassade
Unterhafen und ESTREL

Mit Teltowkanal, Neuköllner Schifffahrtskanal, Landwehrkanal, Britzer Verbindungskanal, dem Hafen Neukölln sowie den Häfen Britz Ost und West kann sich Neukölln als "Wasserstadt" bezeichnen. Allerdings ist diese Feststellung weder allgemein verbreitet, noch kann sie an vielen Stellen wirklich erlebt werden. Bislang ist das Industriegebiet Neukölln-Südring ein "fehlendes Bindeglied" bei den gewässerbegleitenden Wegeverbindungen. Ein wichtiges Potenzial für die Erlebbarkeit das Wassers wird mithin nicht genutzt. Die Ursachen dafür liegen in der teilweisen Unzugänglichkeit der Gewässerräume, den angrenzenden Nutzungen oder der mangelnden Gestaltung.

Diesem Zustand abzuhelfen, ist das Ziel bezirklicher wie gesamtstädtischer Planungen: Uferzonen zugänglich machen, Wegeverbindungen herstellen oder verknüpfen, die Gestaltung und Nutzbarkeit verbessern. Gewerbe und neue Wegeverbindungen sind dabei kein Widerspruch, sondern können nebeneinander bestehen, ja sich sogar ergänzen. Die öffentliche Zugänglichkeit der Wasserlagen wird nur dort verfolgt, wo dies betrieblichen Interessen von ansässigen Gewerbebetrieben oder Hafenanlagen nicht entgegen steht. Auch das historische Zentrum des Bezirkes "Alt-Rixdorf" kann so an das Gewässernetz angebunden werden.   

Zu den im Rahmen des Stadtumbaus geplanten oder bereits realisierten neuen Wegen und Plätzen am Wasser zählen die Treppe Sonnenbrücke Nord, der Schwarze Weg und neue Wege entlang des Neuköllner Schifffahrtskanals wie am Kiehlufer.  

Gemeinsam für Südring

Achter-Ruderboot legt an
Gemeinsam wird für Neukölln-Südring auch gerudert (48h Neukölln 2007)

Im Industriegebiet Neukölln-Südring sind rund 540 Unternehmen mit annähernd 12.000 Arbeitsplätzen tätig, davon nahezu die Hälfte im produzierenden Gewerbe. Das Gebiet ist ein wichtiger Wirtschaftsstandort in Berlin. Der breit gefächerte Branchenmix und die mittelständische Struktur der Betriebe sorgen für eine insgesamt stabile wirtschaftliche Entwicklung. Durch die gute Verkehrsanbindung und den neuen Flughafen wird die Bedeutung weiter wachsen.

Mit Blick auf die günstigen Perspektiven ist es wichtig, die dem Gebiet innewohnenden Potenziale auszuschöpfen. Diese Potenziale müssen noch deutlicher herausgearbeitet und zu einem zukunftsweisenden Profil verdichtet werden.

Gemeinsam können Unternehmen, Verwaltung, beauftragte Planer und Anwohner ein kreatives Milieu am Standort schaffen, um gemeinsam Ziele zu bestimmen und Schritt für Schritt umzusetzen. Wichtig für Neukölln-Südring sind das gemeinsame Engagement für Bildung und Ausbildung, die Förderung der Ansiedlung neuer Firmen durch die weitere Verbesserung der Standortbedingungen insgesamt und insbesondere auch die Verbesserung des Images.

Einen wichtigen Beitrag dazu leistet das aktive Unternehmensnetzwerk Neukölln-Südring, das in der Startphase mit Mitteln aus dem Programm Stadtumbau West gefördert wurde.

Zur Unterstützung des Bezirks bei der Vorbereitung und Durchführung der Projekte ist der Gebietsbeauftragte tätig. Im Frühjahr 2011 übernimmt diese Aufgaben die BSM - Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung - von der vorher tätigen Planergemeinschaft Dubach, Kohlbrenner. 

Text: Bezirksamt Neukölln, U. Dittfurth, bearb. A. Stahl, Grafik: D17, Fotos: Regioconsult (1+5), Planergemeinschaft (2+4), A. Stahl

Fördergebiete & Projekte

Ansprechpartner

Müller, Klaus
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt
Tel: (030) 90139 4865
Rogoll, Iris
Bezirksamt Neukölln von Berlin
Tel: (030) 90239-3511
Groth, Rolf
Bezirksamt Neukölln von Berlin
Tel: (030) 90239-3378
Logo Europäische Union Logo Bundesregierung Logo EFRE Logo Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
 


 
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt
Württembergische Straße 6, 10707 Berlin
Telefonzentrale: 030 90139-3000 / Berliner Behördenrufnummer: 115

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