Das Fördergebiet Ostkreuz Ost
Der Stadtbahnring Berlins teilt das Fördergebiet Ostkreuz in das innere (westliche) Friedrichshainer und das äußere (östliche) Lichtenberger Teilgebiet. Bahnanlagen und die sechsspurige Frankfurter Allee gliedern das Lichtenberger Teilgebiet in seine Quartiere. Von einem einheitlichen Baualterstyp dominiert sind die Quartiere Viktoriastadt (Altbauten), Wiesenweg (gewerbliche Altbauten) und Frankfurter Allee Süd (Plattenbauten), während die Quartiere Weitlingstraße (Altbauten, 20er, 30er, 50 Jahre), Hauptstraße (Altbauten, 50er Jahre) und Rathaus (Altbauten, 50er Jahre, Plattenbauten) gemischte Baustrukturen aufweisen.
Wegen der umfassenden Gebäudesanierungen wie auch gestiegener Wohnumfeld-, Wohnflächen- und Ausstattungsansprüche haben die Quartiere in den Jahren 1996 bis 2000 etwa 12% ihrer ca. 28.000 Einwohner verloren. Der Wohnungsleerstand betrug bis zu 20%.
Das Fördergebiet Ostkreuz Ost ist mit privaten Grünflächen relativ gut versorgt. Sehr stark vom Durchgangsverkehr belastet sind die Bereiche an der Frankfurter Allee, an der Hauptstraße und um die Lückstraße / Schlichtallee mit dem Nöldnerplatz.
Informationen
Wohnungen: ca. 48.100
- in Altbauten: 61 Prozent
- in Neubauten: 17 Prozent
Einwohner (Ostkreuz Ost und Ostkreuz West): ca. 74.000 (Stand: 2008)
Dokumentation des Fördergebiets:
Stand der Wohnbautensanierung
Die Modernisierung und Instandsetzung der Wohngebäude ist so weit fortgeschritten, dass nur noch einzelne Straßenabschnitte (Metastraße, Hauptstraße, Lückstraße) und ansonsten Einzelobjekte Instandsetzungsbedarf und Ausstattungsdefizite haben. Von einigen besonders verkehrsbelasteten Straßen abgesehen, liegt es nicht an der Lage, sondern an den Eigentumsverhältnissen, wenn Investitionen noch ausgeblieben sind. Bereits in den Jahren 2000 bis 2004 ist die Bevölkerungszahl wieder um 4,5% angestiegen und bis 2005 hat sich der Leerstand auf 8 – 9 % verringert. Wesentlich dazu beigetragen hat der Abriss des Wohnhochhauses Frankfurter Allee / Möllendorffstraße. In der Großsiedlung Frankfurter Allee Süd gibt es nach kompletter Sanierung des Wohnungsbestandes keinen nennenswerten Leerstand mehr.
Ziele zu Beginn des Stadtumbauprozesses
Die Stabilisierung der Wohnbevölkerung, die Qualifizierung bzw. die Um- und Nachnutzung der Infrastruktureinrichtungen sowie eine attraktive Gestaltung von Straßen und Plätzen gehörten zu Beginn der Stadtumbauförderung zu den vordringlichen Aufgaben. Folgende Bereiche wurden als Maßnahmeschwerpunkte herausgearbeitet:
- Stärkung der Zentrumsfunktion der Frankfurter Allee
- Schaffung eines grünen Bandes von der Frankfurter Allee Süd über die Hauffstraße bis zum Nöldnerplatz
- Neuordnung des Standortes Frankfurter Allee/Möllendorffstraße
- Neuordnung des Umfeldes des Bahnhofs Lichtenberg
- Neuordnung des Bereiches Nöldnerplatz / Lückstraße
- Entwicklung eines Nachbarschaftszentrums in der Frankfurter Allee Süd
Zur Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs sollen der nördliche Zugang zum S-Bahnhof Nöldnerplatz - gleichzeitig Eingangsbereich zur Viktoriastadt - und der Zugang zum S-Bahnhof Rummelsburg aus Richtung Hauptstraße gestalterisch aufgewertet werden.
Die 2005/6 erfolgte Fortschreibung des Konzeptes verschob die Prioritäten zugunsten der Entwicklung und Verbesserung der Schulen und Kindertagesstätten. Vorgeschlagen wurde dabei die Erweiterung des Stadtumbaugebiets um das Quartier „Rüdigerstraße“ nördlich der Frankfurter Allee.
Ergebnisse des Stadtumbaus bis Ende 2009
In den Quartieren Viktoriastadt und Weitlingstraße, deren Kernbereiche von 1994 bis 2008 bzw. 2009 auch Sanierungsgebiete waren, ist die bedarfsgerechte Anpassung und Herrichtung der Infrastrukturen weitgehend abgeschlossen. Alle Schulen, Kindertagesstätten, Freizeiteinrichtungen, Grünanlagen, Spiel- und Sportplätze sowie die meisten Straßen und Plätze sind erneuert bzw. neu gebaut worden. Am Bahnhof Lichtenberg wird 2010 das neue Eingangsgebäude zur U- und S-Bahn errichtet, so dass im folgenden Jahr das restliche Bahnhofsumfeld bis zur Lichtenberger Brücke neu gestaltet werden kann. Der Nöldnerplatz einschließlich der Kreuzung Lückstraße / Nöldnerstraße / Schlichtallee und der Vorfahrt zur Tautschule mit der Aula als beliebter Veranstaltungsort ist fertig gestellt. Der Zugang von der Kaskelstraße zum S-Bahnhof Nöldnerplatz soll als letztes Teilstück des „Grünen Bandes“ fertig gestellt werden.
Im Quartier Frankfurter Allee Süd sind die Schlüsselprojekte „Grünes Band“ und Neubau des Nachbarschafts- bzw. Stadtteilzentrums „Kiezspinne“ auf dem Grundstück Schulze-Boysen-Straße 38 realisiert. Einige Gebäude und Bauteile der Mildred-Harnack-Oberschule sind modernisiert und instandgesetzt, der Schulhof ist erneuert. Im Rathausquartier ist der Abriss des Hochhauses Frankfurter Allee / Möllendorfstraße zwar erfolgt, doch ist die Fläche bisher nur zwischenbegrünt statt standortadäquat neu bebaut. Im Quartier Hauptstraße ist zwischen Haupt- und Zobtener Straße ein – in beiden Richtungen befahrbarer - Radweg auf der Ostseite der Schlichtallee hergestellt worden.
Neue Schwerpunkte des Stadtumbaus ab 2010
In den Quartieren Viktoriastadt und Weitlingstraße bedarf es vor allem der Beendigung der begonnenen Projekte (Zugang S-Bahnhof Nöldnerplatz, Bahnhofsumfeld, Kiezgarten Heinrichstraße 32). Mit dem gestalterisch als Teilstück des „Grünen Bandes“ neu eingefassten, beleuchteten und gepflasterten Zugangs von der Kaskelstraße / Türrschmidtstraße zum S-Bahnhof Nöldnerplatz wird der Eingang zur Viktoriastadt deutlich aufgewertet.
Die trotz zahlreicher Einzelmaßnahmen nach wie vor von Ruinen und Baulücken durchsetzte Lückstraße bedarf der weiteren Aufwertung. Hier soll der südlichen Gehweg neu gebaut werden. Der Neubau der Lückstraßenumfahrung vom Knoten Sewanstraße / Rummelsburger Straße in Richtung Süden und längs der Zobtener Straße zur Schlichtallee bleibt ebenfalls langfristiges Ziel.
Dringend benötigt wird eine zusätzliche Jugendfreizeiteinrichtung im nördlichen Teil des Weitlingstraßenquartiers.
Ein weiterer Schwerpunkt wird die energetische und bauliche Sanierung der Schulen und Kita Harnackstraße 7-9 für die Quartiere Frankfurter Allee Süd und Rathaus sein. Weitere Schulen und Sporthallen werden mit Mitteln aus dem Konjunkturprogramm II saniert.
Kaum bedacht wurden bisher die recht kleinen Quartiere Wiesenweg und Hauptstraße. Insbesondere die Neugestaltung des Zugangs von der Hauptstraße zum S-Bahnhof Rummelsburg kann zukünftig aus dem Stadtumbau-Programm geleistet werden.
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