Das Fördergebiet Ostkreuz Lichtenberg

Sanierte Häuser, im Vordergrund Park mit Stahlskulptur
In der Viktoriastadt

Der Stadtbahnring Berlins teilt das Fördergebiet Ostkreuz in das innere (westliche) Friedrichshainer und das äußere (östliche) Lichtenberger Teilgebiet. Vor allem die Bahnanlagen und breite Straßen gliedern das Lichtenberger Teilgebiet in verschiedene Quartiere mit unterschiedlichem Charakter. Die Victoriastadt/Kaskelkiez ist geprägt von sanierten Altbauten der Gründerzeit. Im Quartier Weitlingstraße findet man vor allem Siedlungen des Reformwohnungsbaus der 20er und 30er Jahre. Die Großsiedlung Frankfurter Allee Süd entstand in der 1970er Jahren. Das Quartier Wiesenweg/Hauptstraße weist gemischte Baustrukturen, u.a. auch mit gewerblichen Altbauten auf.

Wegen der umfassenden Gebäudesanierungen wie auch gestiegener Wohnumfeld-, Wohnflächen- und Ausstattungsansprüche hatten die Quartiere in den Jahren 1996 bis 2000 etwa 12% ihrer ca. 28.000 Einwohner verloren. Der Wohnungsleerstand betrug bis zu 20%. Seit 2002 steigt die Bevölkerungszahl wieder an. Durch Zuzug junger Familien erhöhte sich in den Jahren bis 2011 besonders der Anteil an Vorschulkindern (unter 6 Jahren). Trotzdem ist Ostkreuz Friedrichshain von einem erheblichen Alterungsprozess der Bevölkerung betroffen.

Informationen

Fläche: ca. 268 ha

Wohnungen: ca. 48.100
- in Altbauten: 61 Prozent
- in Neubauten: 17 Prozent

Einwohner (Ostkreuz Ost und Ostkreuz West): ca. 74.639 (Stand: 2009)

Dokumentation des Fördergebiets:

Übersichtsplan

aktuellabgeschlossenRückbau soziale Infrastruktur: aktuellRückbau soziale Infrastruktur: abgeschlossen
größere Kartenansicht

Ziele zu Beginn des Stadtumbauprozesses

Hochhaus, Abrisskran und im Vordergrund Skulptur
Rückbau des Wohnhauses Frankfurter Allee / Möllendorffstraße

Die Stabilisierung der Wohnbevölkerung, die Qualifizierung bzw. die Um- und Nachnutzung der Infrastruktureinrichtungen sowie eine attraktive Gestaltung von Straßen und Plätzen gehörten zu Beginn der Stadtumbauförderung zu den vordringlichen Aufgaben. Leitbild war und ist ein generationenübergreifendes Wohnquartier mit guter Infrastruktur und hohem Grünanteil. Folgende Bereiche wurden als Maßnahmeschwerpunkte herausgearbeitet:

  • Stärkung der Zentrumsfunktion der Frankfurter Allee
  • Schaffung eines grünen Bandes von der Frankfurter Allee Süd über die Hauffstraße bis zum Nöldnerplatz
  • Neuordnung des Umfeldes des Bahnhofs Lichtenberg
  • Neuordnung des Bereiches Nöldnerplatz / Lückstraße
  • Entwicklung eines Nachbarschaftszentrums in der Frankfurter Allee Süd

Die 2005/6 erfolgte Fortschreibung des Konzeptes (siehe INSEK in der Dokumentation) verschob die Prioritäten zugunsten der  Entwicklung und Verbesserung der Schulen und Kindertagesstätten. Vorgeschlagen wurde dabei die Erweiterung des Stadtumbaugebiets um das Quartier „Rüdigerstraße“ nördlich der Frankfurter Allee. 2011 ist die Frankfurter Allee Nord in die aktive Förderkulisse des Stadtumbaus Ost aufgenommen worden (siehe gesonderte Fördergebietsbeschreibung Frankfurter Allee Nord).

Bevölkerungsentwicklung

Die Modernisierung und Instandsetzung der Wohngebäude ist weit fortgeschritten. Nur noch einzelne Straßenabschnitte (Metastraße, Hauptstraße, Lückstraße) und ansonsten Einzelobjekte haben noch Instandsetzungsbedarf und Ausstattungsdefizite. Die Sanierung der Wohnbauten, die Aufwertung des Wohnumfelds sowie sozialer und kultureller Einrichtungen hat den Bevölkerungsrückgang gestoppt. Bereits in den Jahren 2000 bis 2004 ist die Bevölkerungszahl wieder um 4,5% angestiegen und bis 2005 hat sich der Leerstand von 20% auf 8% verringert. Wesentlich dazu beigetragen hat der Abriss des Wohnhochhauses Frankfurter Allee / Möllendorffstraße. In der Großsiedlung Frankfurter Allee Süd gibt es nach kompletter Sanierung des Wohnungsbestandes keinen nennenswerten Leerstand mehr.

Ergebnisse des Stadtumbaus bis Ende 2011

Detail der sanierten Fassade des Kantgymnasiums
Wand mit Schriftgraffiti, dahinter fährt S-Bahn
Neugestaltung am Bahnhof Lichtenberg

In den Quartieren Viktoriastadt und Weitlingstraße, deren Kernbereiche von 1994 bis 2008 bzw. 2009 auch Sanierungsgebiete waren, ist die bedarfsgerechte Anpassung und Herrichtung der Infrastrukturen weitgehend abgeschlossen. Schulen, Kindertagesstätten, Freizeiteinrichtungen, Grünanlagen, Spiel- und Sportplätze sowie die meisten Straßen und Plätze sind erneuert bzw. neu gebaut worden.

Ein Schlüsselprojekt der sozialen Infrastruktur im Weitlingkiez war die  denkmalgerechte Sanierung und Modernisierung des Kant-Gymnasiums. Auch die Sanierung der Jugendfreizeiteinrichtung in der Schulze-Boysen-Straße wurde 2011 abgeschlossen.

Am Bahnhof Lichtenberg wird 2010/11 das neue Eingangsgebäude zur U- und S-Bahn errichtet, so dass im folgenden Jahr die Neugestaltung des Bahnhofsumfeld bis zur Lichtenberger Brücke abgeschlossen werden kann. Der Nöldnerplatz einschließlich der Kreuzung Lückstraße / Nöldnerstraße / Schlichtallee und der Vorfahrt zur Tautschule mit der Aula als beliebter Veranstaltungsort ist fertig gestellt. Mit dem gestalterisch als Teilstück des "Grünen Bandes" neu eingefassten, beleuchteten und gepflasterten Zugangs von der Kaskelstraße / Türrschmidtstraße zum S-Bahnhof Nöldnerplatz wurde der Eingang zur Viktoriastadt deutlich aufgewertet. Zwischen Lück- und Fischerstraße entstand der Blockpark "Zum alten Schulgarten", der als grüne Oase auch eine schnelle Querung des Gebiets ermöglicht.

Im Quartier Frankfurter Allee Süd sind die Schlüsselprojekte "Grünes Band" und Neubau des Nachbarschafts- bzw. Stadtteilzentrums "Kiezspinne" auf dem Grundstück Schulze-Boysen-Straße 38 realisiert. Einige Gebäude und Bauteile der Mildred-Harnack-Oberschule sind modernisiert und instandgesetzt, der Schulhof ist erneuert. Im Rathausquartier ist der Abriss des Hochhauses Frankfurter Allee / Möllendorfstraße erfolgt. Im Quartier Hauptstraße ist zwischen Haupt- und Zobtener Straße ein – in beiden Richtungen befahrbarer - Radweg auf der Ostseite der Schlichtallee hergestellt worden.

Einige Bedeutung für den sozialen Zusammenhalt im Kiez haben auch kleinere Projekte, die auf Eigeninitiative von Bürgern und anderen Akteuren entstanden. Dazu gehören der Nachbarschaftsgarten des Vereins "Lichte Weiten" in der Wönnichstraße und der Kiezgarten der Evang.- Freikirchlichen Gemeinde in der Heinrichstraße.

Neue Schwerpunkte des Stadtumbaus

Altbauruine
Eins von wenigen unsanierten Gebäuden im Weitlingkiez

Die trotz zahlreicher Einzelmaßnahmen nach wie vor von Ruinen und Baulücken durchsetzte Lückstraße bedarf der weiteren Aufwertung. Hier soll der südlichen Gehweg neu gebaut werden. Der Neubau der Lückstraßenumfahrung vom Knoten Sewanstraße / Rummelsburger Straße in Richtung Süden und längs der Zobtener Straße zur Schlichtallee bleibt ebenfalls langfristiges Ziel.

Dringend benötigt wird eine zusätzliche Jugendfreizeiteinrichtung im nördlichen Teil des Weitlingstraßenquartiers.
 
Ein weiterer Schwerpunkt wird die energetische und bauliche Sanierung der Schulen und Kita Harnackstraße 7-9 für die Quartiere Frankfurter Allee Süd und Rathaus sein. Weitere Schulen und Sporthallen wurden mit Mitteln aus dem Konjunkturprogramm II saniert.

Kaum bedacht wurden bisher die recht kleinen Quartiere Wiesenweg und Hauptstraße. Insbesondere die Neugestaltung des Zugangs von der Hauptstraße zum S-Bahnhof Rummelsburg kann zukünftig aus dem Stadtumbau-Programm geleistet werden.

Ansprechpartner

Dahlem, Margitta
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt
IV B 43
Württembergische Straße 6
10707 Berlin
Tel: (030) 90139 4863
Fax: (030) 90139 4801
E-Mailmargitta.dahlem[at]senstadt.berlin[.]de
Schmitz, Werner
Bezirksamt Lichtenberg, Abt. Stadtentwicklung, Fachbereich Stadtplanung
Stapl F
Alt-Friedrichsfelde 60 Haus 2, 12.-13. Etage
10315 Berlin
Tel: (030) 90296 6469
Fax: (030) 90296 6409
E-Mailwerner.schmitz[at]lichtenberg.berlin[.]de
Text: ArGe Wohnstatt + Machleidt, bearb. A. Stahl, Fotos: R.Friedrich, HOWOGE, Wohnstatt GmbH, Anka Stahl (4 u. 5), bearb. A. Stahl, 2011
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