Das Fördergebiet Ostkreuz West
Das Fördergebiet Ostkreuz West liegt am östlichen Stadtbahnring Berlins und umfasst Teile des Altbezirks Friedrichshain. Das Gebiet ist stark vom Durchgangsverkehr belastet. Großflächige Verkehrsanlagen wie S-Bahn-Gleise und breite Straßen wirken als Barrieren und zerteilen den Stadtraum in klar abgegrenzte Quartiere.
Gefördert wurden seit 2003 der Stralauer Kiez südlich der Bahnanlagen (statistisches Gebiet 118), das Quartier Warschauer Straße, Boxhagener Platz und Traveplatz-Ostkreuz (statistisches Gebiet 116) sowie das westliche Ergänzungsgebiet zwischen Karl-Marx-Allee, Straße der Pariser Kommune und Rüdersdorfer Straße (statistisches Gebiet 117, teilweise), das mit der Fortschreibung des Integrierten Stadtteilentwicklungskonzepts 2006 in die Förderkulisse aufgenommen wurde.
Herzstück des Stralauer Kiezes ist der Rudolfplatz, der an seiner westlichen und östlichen Seite durch zwei Baudenkmale geprägt wird: die 1908 eingeweihte Zwinglikirche von Jürgen Kröger (Danneckerstraße 2/4) und die ehemalige Gemeinde-Doppelschule, die zwischen 1911 und 1913 nach Entwürfen des Berliner Architekten und langjährigen Stadtbaurates Ludwig Hoffmann an der Straßenecke Modersohn- zur Corinthstraße entstand (heute Emanuel-Lasker-Oberschule).
In der westlich an den Stralauer Kiez anschließenden Oberbaum-City mit ihren Backsteinfassaden der ehemaligen Osram/ Narva-Industriearchitektur siedelt sich nun wieder mittelständisches Gewerbe an. Auf der anderen Seite der Stralauer Allee (in Randlage zum Fördergebiet) entstehen neben den umgenutzten, denkmalgeschützten Bestandsgebäuden des Osthafenensembles neue imposante Gebäude, die das Gebiet insgesamt in Richtung eines Medien- und Mode-Zentrums für Berlin entwickeln.
Im Wohnungsbestand des Fördergebietes, insbesondere des Quartiers Warschauer Straße, Boxhagener Platz und Traveplatz-Ostkreuz überwiegen gründerzeitliche Altbauten. In den kriegszerstörten Bereichen des Stralauer Kiezes entstanden in den 60er und 70er Jahren diverse Zeilenbauten . Im westlichen Ergänzungsgebiet gibt es zahlreiche in den 50er Jahren im Zuge des Neubaus der damaligen Stalinallee (heute: Karl-Marx-Allee) errichtete Häuser.
Die Einwohnerzahl im gesamten Gebiet Ostkreuz wächst. Besonders das Quartier Warschauer Straße, Boxhagener Platz und Traveplatz-Ostkreuz ist beliebt bei Studenten, Kreativen und jungen Familien. Nach einem Rückgang der dortigen Einwohnerzahl von 1991 bis 1999 um 13% stieg diese bis zum 31.12.2008 wieder um 25% an. Insgesamt wohnen zum angegebenen Stichtag 48.685 Menschen im Fördergebiet.
Informationen
Dokumentation des Fördergebiets:
Ziele und Stand der Sanierung
Durch das Förderprogramm Stadtumbau Ost wurde und wird das Angebot und die Qualität der bezirklichen Infrastruktur (Gemeinbedarf und öffentliche Freiflächen) ausgebaut (siehe Projekte im Fördergebiet). Zur Erhaltung wertvoller Architektur, zum Beispiel von Schulgebäuden von Ludwig Hoffmann, trug das Stadtumbau-Programm maßgeblich bei.
Dank des Zuzugs junger Familien ist im Gebiet ein höherer Bedarf an Kindertagesstätten und Schulen entstanden. In diesem Zusammenhang wird zur Zeit die vor zehn Jahren stillgelegte Schule in der Scharnweberstraße 19 reaktiviert und zur Ganztagsgrundschule umgebaut. Auch die Zille-Grundschule in der Boxhagener Straße 46 wird erweitert. In der Marchlewskistraße 25d,e entsteht mit der Schule am Friedrichshain ein Angebot für autistische Kinder. Alle Schulprojekte sollen im Jahr 2010 in Betrieb genommen werden.
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