Das Fördergebiet Ostkreuz Friedrichshain

In den 50er Jahren entstand das Wohngebiet an der Weberwiese. Es gehört architektonisch zum Komplex der Karl-Marx-Allee.

Das Stadtumbau-Gebiet Ostkreuz Friedrichshain befindet sich in der östlichen Berliner Innenstadt im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, Ortsteil Friedrichshain. Mit einer Gesamtfläche von ca. 289 ha erstreckt sich das Gebiet zwischen dem S-Bahn-Ring im Osten, der spreebegleitenden Stralauer Allee im Süden, der Wedekind-, Lasdehner und Helsingforser Straße im Westen und der Karl-Marx- / Frankfurter Allee im Norden. Das Stadtumbaugebiet umfasst damit einen Großteil der gründerzeitlich geprägten Wohn- und Gewerbequartiere Friedrichshains.

Noch viele Jahre nach der Wende war das Gebiet durch massive Einwohnerverluste, einen erheblichen baulichen Sanierungsbedarf bei privaten und öffentlichen Gebäuden und Mängeln im öffentlichen Raum gekennzeichnet. Bereits 1994 wurden daher Teilbereiche um die Warschauer Straße, den Traveplatz und das Ostkreuz als Sanierungsgebiete festgelegt, um vor allem die Aufwertung des Gebäudebestandes zu forcieren. Mit der Sanierung zahlreicher gründerzeitlicher Wohngebäude gewannen die Quartiere an urbanem Flair; zahlreiche Läden, Restaurants, Bars, Clubs siedelten sich an, die Einwohnerzahlen stiegen deutlich.

Demgegenüber steht nach wie vor – auch vor dem Hintergrund der zunehmenden Zahl von Familien – ein hoher Handlungsbedarf hinsichtlich der Instandsetzung und Modernisierung von Schulen, Kitas, Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen. Darüber hinaus sind in den dichtbebauten und dichtbesiedelten Quartieren ausreichend bemessene öffentliche Grün- und Freiflächen Mangelware; die wenigen Flächen sind stark beansprucht. Brachflächen und untergenutzte Gewerbeareale prägen in den Bereichen entlang der Gleisanlagen das Bild.

Mit dem Programm Stadtumbau Ost wird auf diesen Handlungsbedarf reagiert und die Entwicklung zu einem nachhaltig vitalen Quartier unterstützt.

Informationen

Dokumentation des Fördergebiets:

Übersichtsplan

aktuellabgeschlossenRückbau soziale Infrastruktur: aktuellRückbau soziale Infrastruktur: abgeschlossen
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Ziele und Arbeitsfelder

Der Ede-und-Unku-Weg im Quartier Am Traveplatz. Die Wandgestaltung lockert die Perspektive der Gründerzeitbebauung auf

Gemeinsames und vorrangiges Ziel der Stadtumbauaktivitäten ist, das Gebiet Ostkreuz auch weiterhin behutsam und bestandserhaltend zu einem attraktiven Wohnstandort zu entwickeln. Durch überzeugende, nachhaltige Wohnqualität soll bewirkt werden, dass ansässige Bewohner/innen dem Gebiet treu bleiben und junge Familien hier verstärkt ihren Lebensmittelpunkt finden.

Im Vordergrund der Stadtumbauaktivitäten stand und steht daher die bauliche Erneuerung, Ergänzung und Anpassung der sozialen Infrastruktur und der zugehörigen Freiflächen.

Hochwertige Betreuungs- und Bildungseinrichtungen sind ein wesentlicher Faktor, Familien nachhaltig im Gebiet zu halten. Daher stehen Kitas und Schulen – sofern noch nicht saniert / modernisiert – bei den aktuellen Maßnahmen im Mittelpunkt (Schließung von Versorgungslücken).

Die Multifunktionalität von sozialen Einrichtungen wird innerhalb des Gebietes bereits vielfach angewandt (z.B. Versammlungsraum in der Dathe-Oberschule, Veranstaltungsraum in der Bibliothek). Auch weiterhin werden alle Möglichkeiten ausgeschöpft, besonders vielfältig nutzbare Einrichtungen zu fördern (z.B. als Bürgerzentrum, Ort der Weiterbildung über die Schulzeit hinaus, Freizeittreffpunkt, Veranstaltungsort). Schwerpunkt im Stadtumbauprozess ist die Stärkung von Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen (Bildung / Betreuung / Freizeitgestaltung als sozialer Verbund).

In den letzten Jahren konnten mehrere öffentliche Grünanlagen im Gebiet sowie im unmittelbaren Umfeld (Grünanlage im Bereich des ehemaligen Wriezener Bahnhofs) hergestellt werden. Weitere Anlagen sind notwendig, aber aufgrund der begrenzt verfügbaren öffentlichen Flächenreserven nur bedingt realisierbar. Private Flächenreserven (Gewerbebrachen) sind zwar vorhanden, müssten jedoch erworben und vorbereitet werden. Daher werden eine Qualifizierung bestehender Grünflächen wie auch eine Einbeziehung der Spiel-, Sport- und Aufenthaltsflächen von Schulstandorten in den Mittelpunkt rücken. Aufgewertete Freiflächen haben auch eine wichtige soziale Komponente – zum Beispiel als Treffpunkt für Kommunikation und gemeinsame Freizeitaktivitäten.

Die Aufwertung und Neuanlage von Straßen und Plätzen – vor allem im Wohnumfeld – haben ebenfalls eine hohe Bedeutung im Stadtumbau. Erreicht werden soll eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität und optimierte Verbindungen für Fußgänger und Radfahrer, eine Minimierung von Trennwirkungen durch die Hauptverkehrsstraßen und nicht zuletzt die Verbesserung der Anbindung an die Spree.

Zwischenstand: Soziale Infrastruktureinrichtungen

Detail der Fassade der Bezirkszentralbibliothek

In den letzten Jahren wurden zahlreiche Grund- und Oberschulen saniert, erweitert oder reaktiviert. An den großen denkmalgeschützten Komplexen der Emanuel-Lasker-Obrschule und der Dathe-Oberschule ist dieser Prozess noch nicht abgeschlossen. Besondere Bedeutung hat auch die Reaktivierung der Grundschule Scharnweberstraße. Hier ist die umfassende Sanierung des ebenfalls denkmalgeschützten Gebäudes, der Turnhalle und der Freiflächen 2011 praktisch abgeschlossen. Weitere Beispiele laufender und abgeschlossener Projekte finden Sie in unserer Projektliste.

Die Umnutzung hat aufgrund der dichten Bebauung und der dynamischen Bevölkerungsentwicklung eine große Bedeutung. Hier konnten bis 2011 drei beispielhafte Vorhaben erfolgreich abgeschlossen werden:

Ein leer stehendes Kitagebäude wurde zur neuen Heimat der Schule am Friedrichshain und der Begegnungsstätte INTEGRAL. Der Garten wurde nach den Bedürfnissen der beiden Nutzergruppen umgestaltet. Vor der Schule entstand ein öffentlicher Spielplatz. 

Die Ende 2010 eröffnete Bezirkszentralbibliothek in der Frankfurter Allee entstand in den Räumen eines ehemaligen Schulgebäudes. Das Lesecafé, Veranstaltungsräume und der geplante Stadtplatz werden dazu beitragen, dass die Bibliothek auch außerhalb der Öffnungszeiten zu einem lebendigen Quartiersmittelpunkt wird.

Ein ehemaliges Sportfunktionsgebäude in der Gürtelstraße wurde zu einem Familienzentrum umgebaut. Kinder, Jugendliche und Familien können auch die unmittelbar angrenzenden Sportanlagen nutzen.

Zwischenstand: Grün- und Freiflächen

Auf dem Schulhof der Schule am Friedrichshain

Aus Mangel an zusätzlichen Flächen geht es hier vor allem um die Aufwertung und um die Öffnung für neue Nutzergruppen. Auch hier gibt es in Friedrichshain besonders innovative Beispiele:

Im Block zwischen Kadiner und Lasdehner Straße ergänzen sich eine öffentliche Grünanlage und die Sport-, Spiel- und Freiflächen von zwei Grundschulen und einer Jugendfreizeiteinrichtung. Für Kinder, Jugendliche und die Anwohner wurde eine vielfältig nutzbare, abwechslungsreich gestaltete grüne Oase und eine attraktive Verbindung der beiden Wohngebietsstraßen geschaffen.

Mit der Erweiterung des Schulhofes der Dathe-Oberschule erhielten die 800 Schülerinnen und Schüler eine attraktive Sport- und Aufenthaltsfläche. Das hochwertig gestaltete Areal ist nach Schulschluss öffentlich zugänglich und bei den Jugendlichen sehr beliebt. Auf einer angrenzenden Brachfläche entsteht 2011 eine Spielfläche eine benachbarten Kita.

Der Annemirl-Bauer-Platz nordwestlich des Bahnhofs Ostkreuz gehört zu den wenigen grünen Erholungsflächen im Quartier. Da er intensiv von Anwohnerinnen und Anwohnern genutzt wird, wurde sein Gestaltungskonzept gemeinsam mit den Anliegern entwickelt. Im Ergebnis entstanden eine Spiel- und Liegewiese sowie ein Aktiv-Spielbereich.

Das Faltblatt 'Eine erste Zwischenbilanz' stellt die genannten Projekte im Kontext des Stadtumbaugebietes anschaulich dar. Download Faltblatt (PDF, 0,5 MB). Alle Projekte finden Sie in der Projektliste.

Ansprechpartner

Kaden, Katja
Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin
Stapl 113
Yorckstraße 4-11
10965 Berlin
Tel: (030) 90298-3228
Fax: (030) 90298-3352
E-Mailkatja.kaden[at]ba-fk.verwalt-berlin[.]de
Richter, Andreas
Herwarth + Holz
Stadtumbaumanagement
Schlesische Straße 27
10997 Berlin
Tel: (030) 6165478-25
Fax: (030) 6165478-28
E-Mailandreas.richter[at]herwarth-holz[.]de
Text: Herwarth + Holz (2011), bearb. Anka Stahl, Fotos: Anka Stahl (1 u. 2), Stefan Müller, Lechner Landschaftsarchitekten
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