Das Fördergebiet Prenzlauer Berg
Bötzowviertel, Helmholtzplatz, Kollwitzplatz, Teutoburger Platz und Winsstraße: Das sind die fünf Sanierungsgebiete, aus denen sich auch das Fördergebiet Prenzlauer Berg zusammensetzt, ergänzt durch Areale nahe dem Mauerpark.
Insgesamt zeichnet sich dieses 512 ha große Gebiet in großen Teilen durch eine fast vollständig erhaltene Gründerzeitbebauung aus: Nördlich des ehemaligen Stadtkerns entstanden seit etwa 1850 nach und nach neue Viertel, die sich entlang der großen Ausfallstraßen nach Norden ins Umland erstreckten.
Wo vor 150 Jahren noch Felder lagen, prägt nun die typische Blockrandbebauung mit schönen Fassaden den Gesamteindruck.
Informationen
Fläche: ca. 512 ha
Baudenkmale: 43
Wohnungen: 56.000 WE (Stand: 2008)
Einwohner: 91.500 (Stand: 2008)
Dokumentation des Fördergebiets:
Ziele
Dass diese Gebiete während des ersten Berliner Bau-Booms im neunzehnten Jahrhundert entstanden, als es wegen der raschen Bevölkerungszunahme in der Stadt an Wohnungen mangelte, zieht auch ein weiteres Charakteristikum nach sich: Teils drangvolle Enge mit entsprechendem Verkehrsaufkommen und in weiten Teilen wenige grüne Ausgleichsflächen. Deutlich macht dies etwa die Anwohnerdichte rund um den Helmholtzplatz: Etwa 200 Einwohner teilen sich dort in einen Hektar, während es im Berliner Durchschnitt gerade einmal 38 sind.
Daraus ergeben sich auch Anforderungen an den Stadtumbau: Bessere Nutzbarkeit der relativ wenigen Spielplätze und begrünten Plätze erhöht den Freizeitwert für die über 90.000 Anwohner, und dass nach und nach flächendeckend Tempo-30-Zonen eingerichtet werden, trägt zur Verkehrssicherheit ebenso bei wie zur Lärmminderung. Die Sanierung der Altbauwohnungen " durch Grundrissänderungen ebenso wie beispielsweise durch den Anschluss an das Fernwärme-System " macht die Viertel attraktiver und hilft, die sehr gemischte Bewohnerstruktur zu erhalten. Dazu dient auch die Erneuerung von Schul- und Kitagebäuden mit den entsprechenden Freiflächen.
Stand der Sanierung
Etwa die Hälfte der Altbauwohnungen wurden inzwischen den Anforderungen entsprechend saniert. Neue Nutzungsmöglichkeiten beispielsweise für die Kulturbrauerei oder auch den ehemaligen Wasserspeicher bieten Anwohnern und Besuchern neben den zahlreich vorhandenen Kneipen und Bars Anlaufstellen und dienen der ausgeprägten Kulturszene als Möglichkeit, sich dazustellen.
Lücken in der Bebauung wurden durch neue Häuser geschlossen, Kinder- und Jugendeinrichtungen ziehen in bislang nicht genutzte Räume ein, um den Stadtteil gerade auch für Familien attraktiver zu machen.
Daneben steht die Stärkung des ansässigen Gewerbes, um den traditionellen Mix aus Wohnen und Arbeiten zu erhalten. Auf Brachen siedeln sich Betriebe und Dienstleister an, so dass sich das Angebot vor Ort erweitert.
Zukünftige Prioritäten
Im eng bebauten Bereich um die Winsstraße bekommt die Kita an der Jablonskistraße neue Außenflächen, auch Jugendliche sollen dort auf einem abgetrennten Bereich einen Platz für sich finden. In der Grundschule an der Heinrich-Roller-Straße werden Schulaufführungen bald wieder in einer nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten instandgesetzten Aula stattfinden können.
Daneben stehen verschiedene Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung und besseren Nutzung des Straßenraums an: Die Umgestaltung der Schwedter Straße am Mauerpark soll sowohl den Bedürfnissen des Autoverkehrs als auch der Anwohner entsprechend umgestaltet werden, kleinere Umbauarbeiten und Begrünung an verschiedenen Stellen im Viertel die Situation für die Anwohner verbessern.
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