Reportage vom 08.10.2009
Fachkonferenz "Stadtumbau Ost in Berlin - eine Zwischenbilanz"
Der Rückbau sowohl von Wohnungen als auch von sozialer Infrastruktur ist in Berlin weitgehend abgeschlossen. Dieses Fazit zogen Fachleute auf der Konferenz zur Zwischenbilanz des Stadtumbaus Ost in Berlin. Das Programm sei gemessen an seinen Zielen erfolgreich gewesen, nun gelte es die zukünftigen Schwerpunkte zu definieren.
Fachleute und Praktiker forderten in Übereinstimmung mit der Politik eine Bündelung der Mittel aus den verschiedenen Stadtentwicklungsprogrammen, um effektive Impulse für nachhaltige Entwicklung zu setzen. Die Profilierung des öffentlichen Raumes sei wichtig für die Identifikation der Bewohner mit ihren Quartieren und damit für deren wirtschaftliche und soziale Stabilisierung. Auch soziale Einrichtungen wie Kitas und Schulen sollten sich stärker im Kiez einbringen, um Integrationsprozesse zu fördern.
Berlin sei ein Sonderfall und könne deshalb als Labor zur Zusammenführung der beiden Programme Stadtumbau Ost und West fungieren, so Jürgen Veser vom Institut für Stadtforschung und Strukturpolitik, der die Ergebnisse der Evaluierung des Programms zusammen fasste.
Staatssekretärin Hella Dunger-Löper kündigte die Aufnahme von Berlin-Buch als neues Programmgebiet an. In dem zukünftigen Fördergebiet im Norden gehe es vor allem um energetische Sanierung und die Schaffung von Grünflächen. Angesichts der demographischen "Wellen" in den einzelnen Stadtteilen wünschte sich die Staatssekretärin eine "City for all". Die Berliner Großsiedlungen müssten als attraktive Wohnorte jeweils ein eigenes Profil entwickeln, so Dunger-Löper.
Eine lebensweltorientierte Planung wird im Bezirk Marzahn-Hellersdorf bereits praktiziert, so Norbert Lüdtke, Stadtrat in dem Bezirk, dem bisher fast die Hälfte (44%) der Stadtumbau-Fördermittel zugute kam.
"Der Stadtumbau als Prozess der Stadtentwicklung gewinnt in Berlin zunehmend an Normalität, wird dabei aber immer komplexer." Dieses Resümee aus der Konferenz zur Zwischenbilanz des Stadtumbaus Ost zog Dr. Heike Liebmann vom Leibnitz-Institut für Regionalentwicklung, die durch die Veranstaltung führte.
Infofahrt auf der Spree am Kreuzberger Ufer
Rechtzeitig zu Beginn der Bootstour hörte es auf, zu regnen; es ließen sich sogar ein paar Sonnenstrahlen blicken. Das kleine Fahrgastschiff "Frohsinn" fuhr eine große Runde von der Schillingbrücke zur Lohmühleninsel. Den Gästen wurde ein umfassender Überblick über alle laufenden und geplanten Projekte im Stadtumbaugebiet Kreuzberg-Spreeufer gegeben.
Mit dem ungewohnten Blick von der Wasserseite konnte man - mit etwas Fantasie - erahnen, welche hohe Attraktivität die geplante Promenade an der Uferkante und auf Stegen einmal haben könnte. Bis die ersten Abschnitte der Promenade eröffnet werden, gibt es jedoch noch viel zu tun - die Abstimmung zwischen den zahlreichen Akteuren ist nicht einfach.
Wenn in einigen Jahren Alles fertig ist, wird das Kreuzberger Spreeufer nicht nur am Tag zu einem Besuchermagneten werden; auch das Abend- und Nachtleben wird profitieren: die Promenade wird u.a. das 'arena'-Areal / das Badeschiff, den Watergate-Club, die derzeit im Bau befindliche Doppelkaianlage mit Gastronomie am Gröbenufer, den Club Spindler & Klatt und das Sage Restaurant mit Strandbar miteinander verbinden. Hinzu kommt, dass eine besondere Illumination der Uferpromenade und der historischen Gebäude an der Spree vorgesehen ist.
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