Gestuftes Wohnhaus mit buntem Giebel
Der Bau mit neuem Wandbild im Juni 2010

Mehrower Allee 38-48
12687 Berlin

Bauherr/Projektsteuerung: degewo AG

Finanzierung (Förderprogramme etc.): Stadtumbau Ost

Gesamtbaukosten: 3,2 Mio. EURO

Aufwertung des Umfelds: 295.000 EURO

Realisierungszeitraum: Juni 2008 bis Dezember 2009, Aufwertung bis April 2010

Umfang:
Teilrückbau von 11 auf 3, 4 bzw. 5 Etagen
Reduzierung des Gebäudes auf ca. ein Drittel

Projektdokumentation:

aktuellabgeschlossen
größere Kartenansicht

Rück- und Umbau eines Elfgeschossers in der Mehrower Allee

Die Ringkolonnaden bilden mit ihrer markanten städtebaulichen Figur einen wichtigen Identifikationsort in der Großsiedlung Marzahn. Doch seit den 90er Jahren nahm der Wohnungsleerstand trotz der guten Infrastruktur auch hier immer mehr zu. Die Wohnungsgesellschaft degewo, das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf und die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung entwickelten für das Gebiet Pläne zur Reduzierung der Wohnungen. So wurde im westlichen Bereich ein Elfgeschosser teilweise zurück gebaut und in eine Anlage für betreutes Wohnen umgewandelt (siehe Projekt Seniorenwohnanlage Ludwig-Renn-Straße)

Für den Achtgeschosser am Nordflügel der Ringkolonnaden, die Mehrower Allee 38-48, war ursprünglich der Komplettrückbau vorgesehen. Dagegen gab es erheblichen Widerstand bei den Anwohnern. In einem Werkstattverfahren unter dem Dach der Plattform Marzahn-Hellersdorf wurde mit den Anwohnern und fachlich begleitet von Architekten und Planungsbüros neue Möglichkeiten heraus gearbeitet. Ein Ergebnis dieses Prozesses war die Revision der Rückbauentscheidung und der nun erfolgte Teilrückbau des Nordflügels an der Mehrower Allee.

Das lang gestreckte zweifach geknickte Wohnhaus besteht aus drei Einzelgebäuden der Bauserie WBS 70 aus dem Jahr 1985. Vor dem Umbau hatte es insgesamt sechs Treppenhäuser mit 156 Wohneinheiten auf acht Ebenen. Diese wurden nun auf ein stufenförmiges Gebäude mit 3 bis 5 Ebenen und 50 Wohnungen reduziert. Der südliche Teil (Nummer 48) wurde komplett abgetragen. Dadurch entstand erstmals ein angemessener Abstand zum angrenzenden Hochhaus.

Der neue südliche Giebel erhielt eine Wandbemalung zum Thema Tanz. Ähnliche Wandbilder desselben Künstlers Frank Beutel (Homepage Frank Beutel) befanden sich ursprünglich an den Hauseingängen. Details des großen Wandbildes ziehen sich weiter über die Eingangsfront des Hauses, so das ein organisches Ensemble entsteht (siehe Fotos).

Die maroden Hauseingänge aus Beton wurden durch Vordächer ersetzt und die Aufzüge modernisiert. Der Aufzug der seniorengerecht ausgestatteten Nummer 40 barrierefrei auf Hauseingangsebene zu erreichen.

Die 14 Erdgeschosswohnungen sind generell zur Südseite hin orientiert und erhalten über einen Balkon mit Außentreppe Zugang zu einem Mietergarten. Die Mietergärten sind durch eine Gabbionenumrandung vom tiefer gelegenen Gelände abgesetzt und werden so zu kleinen Rückzugsorten in der Natur.

Die Loggien an der Südseite wurden saniert und mit neuer Brüstung ausgerüstet. Einige Balkons wurden entsprechend den veränderten Grundrissen der Wohneinheiten ergänzt, versetzt oder entfernt.

Die Grundrisse der Wohnungen wurden den heutigen Bedürfnissen angepasst (siehe Pläne). Angeboten werden Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen mit verschiedenen Zuschnitten. In der zweiten und dritten Etage befinden sich in den Eingängen Nr. 40 und 42 insgesamt vier Wohnungen für betreute Wohngemeinschaften. Die nebeneinander liegenden Wohneinheiten von je 200 Quadratmetern mit Einzelzimmern und Bädern sind jeweils durch eine Verbindungstür erreichbar. Die Gestaltung dieser Wohneinheiten wurde mit dem Betreiber des Betreuten Wohnens abgestimmt.

Das Haus entspricht mit dem neu angebrachten Wärmedämmverbundsystem, neuen Fenstern, der neuen Heizungsanlage und Elektrik den aktuellen wärme- und brandschutzrechtlichen Vorgaben. Auch die Wasserleitungen wurden erneuert. Bäder, Küchen und Böden sind modern ausgestattet.

Die Aufwertung des Wohnumfeldes im Hof sowie die Anlage von Mietergärten und die Aufwertung der Stellplätze durch Begrünung und teilweise Entsiegelung erfolgte im Rahmen des Programms Stadtumbau Ost Programmteil Aufwertung bis zum Frühjahr 2010. Die Planung hierfür übernahm das Büro gruppeF.

Benachbarte Projekte:

Rückbau der Südlichen Ringkolonnaden

Hortspielplatz der Friesen-Grundschule

Quelle: A. Stöckl, degewo, Bearb. u. Foto: A.Stahl

Ansprechpartner

Stöckl, Alexander
degewo GmbH
Architekt der Abteilung Bestandsentwicklung
Potsdamer Straße 60
10785 Berlin
Tel: (030) 26485 6218
E-Mail: alexander.stoeckl[at]degewo[.]de
Web: www.degewo.de

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