Das Fördergebiet Rosenthaler Vorstadt

Spätklassizistische Architektur

Die Rosenthaler Vorstadt wurde vor etwa 250 Jahren als Handwerkerkolonie Neu-Voigtland vor den Toren Berlins gegründet. Bis 1900 wurde das Gebiet als Reaktion auf den sprunghaften Anstieg der Bevölkerung planmäßig als Wohn- und Arbeiterquartier umgestaltet. Die Brunnenstraße als zentrale Achse entwickelte sich zu einer großstädtischen Geschäftsstraße. Im ansonsten noch weitgehend ursprünglichen Straßensystem aus dem 18. Jahrhundert und der kleinteiligen Parzellenstruktur sind die einzelnen Phasen der städtebaulichen Entwicklung heute noch eindrucksvoll erkennbar. Besonders die ab 1860 planmäßig erfolgte Bebauung auf der Grundlage des Hobrecht’schen Bebauungsplans prägt das Straßen- und Platzsystem der Rosenthaler Vorstadt nördlich der Elisabethkirchstraße.

Im Mittelpunkt steht die 1835 nach den Plänen von Schinkel erbaute Kirche St. Elisabeth. Das Stadtbild prägen spätklassizistische Häuser aus der Zeit zwischen 1840 und 1860 und gründerzeitliche Gebäude der darauf folgenden Periode. Anfang des 19. Jahrhunderts entwickelte sich entlang der Brunnenstraße ein Areal mit so genannten Mietskasernen.

Durch den Mauerbau geriet die Rosenthaler Vorstadt in eine Randlage mit einem entsprechend hohen Bedeutungsverlust. Der zunehmende bauliche Verfall prägte das Erscheinungsbild des Quartiers. Anfang der 90er Jahre war das Gebiet durch städtebauliche Missstände, bauliche Mängel und Defizite an öffentlichen Freiflächen und der infrastrukturellen Versorgung charakterisiert.

Informationen

Stadtumbau-Programm: Ost

Fläche: 37,5 ha

Baudenkmale: 44

Wohnungen: ca. 5.000 WE
- in Altbauten: ca. 4.800
- in Neubauten: ca. 200

Einwohner: ca. 7.250 (Stand: 2008)

Dokumentation des Fördergebiets:

Übersichtsplan

aktuellabgeschlossenRückbau soziale Infrastruktur: aktuellRückbau soziale Infrastruktur: abgeschlossen
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Ergebnisse des Stadtumbau- und Sanierungsprozesses

Gebäude an der Veteranenstraße

Die Rosenthaler Vorstadt war sowohl als Fördergebiet des Programms Stadtumbau Ost als auch bis Anfang 2009 als Sanierungsgebiet ausgewiesen. Im Ergebnis wurde sie als innerstädtisches Wohnquartier deutlich aufgewertet. Durch Entsiegelung, Begrünung und Gestaltung von Frei- und Rückbauflächen wurden sowohl das Wohnumfeld als auch das Kleinklima verbessert. Neue Spielplätze, z.B. an der Strelitzer Straße, Sport- und Bewegungsflächen und öffentliche Grünflächen sind beispielhaft für die familienfreundliche Umgestaltung von innerstädtischen Quartieren. Flankierend wurden im öffentlichen Raum verkehrsberuhigende Maßnahmen durchgeführt. Vereinzelter Rückbau und Umnutzung stärkten die soziale Infrastruktur des Gebiets.

Die Infrastruktureinrichtungen wurden größtenteils umfassend erneuert (z.B. Musikgymnasium Carl-Philipp-Emanuel Bach). Bedeutsam ist der Neubau einer Sporthalle mit zwei Hallenteilen und die zusätzlichen Sportfreiflächen auf dem Gelände der Grundschule am Arkonaplatz.

Die Versorgung der Kinder in Tageseinrichtungen wurde im Sanierungsprozess deutlich verbessert. Neben der Gründung von kleineren elterngestützten Einrichtungen mit einem eigenständigen pädagogischen Ansatz ist hier der Erweiterungsbau für die Kindertagesstätte des Kirchenkreises Stadtmitte mit 80 zusätzlichen Plätzen in der Elisabethkirchstraße zu nennen.

Insgesamt wurden die Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse im Gebiet deutlich verbessert, ohne dabei die historisch gewachsene Stadtgestalt erheblich zu verändern oder gar zu zerstören. Inzwischen sind fast 90 Prozent der Altbauten erneuert. Ein deutliches Zeichen des Sanierungserfolgs ist das dynamische Wachstum der Einwohnerzahl um mehr als 25 Prozent seit dem Tiefststand 1999.

Das Sanierungsgebiet ist insbesondere für junge Familien mit kleinen Kindern attraktiv. Dies zeigt sich besonders in der überproportionalen Steigerung der Anzahl an Kleinkindern im Alter von bis zu 6 Jahren um 134 Prozent im Vergleich zu 1999. Infolge des Zuzugs junger Familien gilt es nun, den neu entstandenen Mangel an Plätzen in Infrastruktureinrichtungen wie Kindergärten und Grundschulen abzubauen.

Text: Koordinationsbüro Stadterneuerung /Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, bearb. A. Stahl, Fotos: S. Wolkenhauer

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