Schorfheidestraße 2-12
Golliner Straße/Kölpiner Straße
12689 Berlin
Auftraggeber: degewo (ehemals WBG Marzahn)
Projektsteuerung: degewo
Bauausführung: Bel Garden Garten-und Landschaftsbau Gmbh (1. BA)
Finanzierung (Förderprogramme etc.): Stadtumbau Ost
Gesamtbaukosten: 353.000 EUR (1. BA), 500.000 EUR (2. BA)
Realisierungszeitraum: 1. Bauabschnitt November 2007 - Juni 2008, 2. BA Mai bis November 2009
Schorfheideviertel - Freiflächengestaltung
In Marzahn Nord war der Leerstand der Gebäude der degewo auch nach dem Teilrückbau und der Entstehung der "Ahrensfelder Terrassen" sehr hoch, so dass der Abriss weiterer 262 Wohnungen notwendig wurde. In einem Charrette-Verfahren haben die Bewohner mit Landschaftsplanern, Vertretern des Bezirks, der Quartiersagentur und des Eigentümers nach neuen Nutzungsideen für das Areal rund um die Schorfheidestraße gesucht und einen naturnahen Freiraum - angelehnt an die namensgebende Schorfheide - favorisiert.
Die Eigentümerin DEGEWO/WBG Marzahn realisierte das Konzept in zwei Bauabschnitten, wovon der erste im Juli 2008 abgeschlossen wurde. Mit der Entwurfsplanung für das gesamte Areal waren die Landschaftsarchitekten der gruppeF beauftragt.
Der erste Bauabschnitt konzentrierte sich auf die Abrissflächen der Schorfheidestraße 2-4, 10 und 12 sowie die angrenzenden Freiflächen.
Die grundlegende Entwurfsidee war, hier typische Elemente der Schorfheide wie Gräser und mit Kiefern bewachsene Hügel in das Wohnumfeld zu integrieren. Für die Bewohner verbinden sich mit dieser Landschaft Ruhe, Grün und Erholung. Gleichzeitig ist ein identitätsstiftender Raum entstanden, der das Schorfheideviertel in Marzahn unverwechselbar macht.
Ende 2007 wurden im ersten Bauabschnitt bis zu drei Meter hohe Erdhügel moduliert und an die vorhandene Straßenführung und den Hofbereich angepasst. Auf ausdrücklichen Wunsch der Bewohner wurden 60 Parkplätze entfernt. In den an der Havemannstraße gelegen Hügel wurde das nach dem Rückbau der Elfgeschosser verbleibende Übergabebauwerk integriert. Mit der Bepflanzung der Hügel mit bis zu 30 Meter hohen Waldkiefern und typischen Gräsern der Schorfheide ist der 1. Bauabschnitt im Juli 2008 abgeschlossen worden.
Nach dem Rückbau der Häuser an der Golliner und Kölpiner Straße wurde der zweite Bauabschnitt im Mai 2009 begonnen. Auch hier wurden heidetypische Pflanzen angesiedelt. Das Konzept ergänzen in diesem Bereich die sogenannten Multifunktionsboxen oder "Mufus", die wie Schafe in der Heidelandschaft angeordnet sind. Die Anwohner können die garagengroßen Boxen als Lager, Hobbyraum oder als Auto-Stellplatz nutzen. Zufahrten zu den Mufus wurden angelegt. Im Oktober 2009 kamen die ersten Mufus in der Berliner Schorfheide an. Alle 24 Mufus waren schon vorab vermietet.
Ebenfalls im Oktober 2009 wurden vier Hirschskulpturen aufgestellt, die der Künstler Jörg Schlinke nach Entwürfen der Anwohner geschaffen hat. Die Hirsche sind aus einer speziellen Betonmischung und haben durch eine Art Waldboden-Überzug trotzdem einen naturnahen Charakter. Die echten "Krüppelkiefern" wurden in diesem Abschnitt ebenfalls im Herbst 2009 ergänzt.
Am 17. Juni 2010 übergab degewo-vorstand Frank Bielka symbolisch die 25 Mufus an deren Mieter, vertreten durch Klaus Berth aus der Schorfheidestraße. Dies bildete den Abschluss des Stadtumbaus für das Wohnungsunternehmen degewo.
Vorläuferprojekt:
Ansprechpartner
Allerdissen, Ursuladegewo GmbHBestandsentwicklung | Potsdamer Straße 60 10785 Berlin Tel: (030) 26485 6191 E-Mail: ursula.allerdissen[at]degewo[.]de Web: www.degewo.de |
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