Neugestaltung des Schulhofs der B.-Traven-Schule
Lernen braucht Bewegung, Entspannung und vielfältige Impulse. Attraktive Erlebnisräume für Spiel und Sport, für Austausch und Ruhe sind unverzichtbare Teile des schulischen Angebotes. Der Schulhof der mehr als 60 Jahre alten B.-Traven-Gemeinschaftsschule wird deshalb sukzessive neu gestaltet.
Die Wünsche der Schülerinnen und Schüler, der Lehrerinnen und Lehrer und vieler Eltern sind in die Neuplanung eingeflossen. Eine Schülerbefragung ging der Planungswerkstatt zur Neugestaltung voraus. Daraus ist ein Entwurf des Büros Teichmann Landschaftsarchitekten entstanden, in dem "Räume mit (…) Vielfältigkeit zu einem natürlichen Bewegungsanreiz innerhalb der städtischen Umwelt" führen. Gemeinsam wurden Bewegungsangebote (Beachvolleyball), Sitzgelegenheiten (Podeste, Pavillon, Theater), Rückzugsmöglichkeiten (Kuschelecken) und Begrünungen konzipiert und auf dem Schulhof gebaut. Sport, vor allem Klettern, sowie Theater sind Schwerpunkte der Schule und finden auch auf dem neuen Schulhof ihren Ort. Eine von mehreren besonderen Attraktionen ist die direkte Verbindung der neuen Mensa mit dem Schulhof, angrenzend an das kleine Theaterforum.
Neben der kreativen Auseinandersetzung mit Fragen der Gestaltung beschäftigen sich die Jugendlichen auch mit ökologischen Themen. Welche Wirkung hat die Wahl der Materialien und die Gestaltung auf Klima, Temperatur, Luft und auf die Gesundheit? Vor der Neugestaltung waren 60 Prozent der Freiflächen versiegelt. Versickerungsfähige Oberflächen mit Bäumen und Sträuchern dagegen binden Staub und schützen vor Hitze, führen zu einem angenehmen Klima und bieten einen Lebensraum für Vögel und andere Kleintiere. Stadtökologie wird so im Schulunterricht ganz praktisch angewandt.
Die Beteiligung der Nutzer wurde in einem Kunstprojekt in Zusammenarbeit mit den Künstlern Uschi F und Walter Gramming fortgeführt. Die Installation eines Kunstobjektes zum Thema "Ranken und Mythen der Identität" schmückt seit Herbst 2009 den Haupteingangsbereich. Die Schülerinnen und Schüler entwarfen Zeichen und Ornamente ihrer Identität, aus denen farbige Ranken in Acrylsäulen entstanden. Mit der intensiven Partizipation der Nutzer wurde die Identifikation der Schüler mit den von ihnen selbst entworfenen Freiräumen und das Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Schule gestärkt.
Um den Bedürfnissen der Bewohner der Siedlung gerecht zu werden, wurde zur Abschirmung des Schulhofes und zur Lärmminderung eine hohe Gabionenmauer entlang der Iserlohner Straße und der Remscheider Straße gesetzt. Sie wurde im Frühjahr 2010 mit Beteiligung der Anwohner begrünt. (siehe hierzu auch Link: Projektseite Gabionenzaun)
Die Baumaßnahme fand im Jahr 2011 ihren Abschluss mit der Neugestaltung des Sportfeldes und einem weiteren künstlerischen Projekt, das sich mit dem Namensgeber der Schule auseinandersetzt. Das Kunstwerk "Yorikke" - nach dem Schiff aus Travens bedeutendstem Werk "Das Totenschiff" - entwarfen und gestalteten Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit dem Künstler Rainer Fürstenberg.
Die feierliche Übergabe des neuen Schulhofs fand am 16. Juni 2011 statt.
Ansprechpartner
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