Pfeilerreste der ehemaligen Brommybrücke
Auftraggeber: Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin, Amt für Stadtplanung, Vermessung und Bauaufsicht, Tiefbauamt

Begleitendes Beteiligungsverfahren: Herwarth + Holz, Planung und Architektur

Gutachter Verkehrsstudie: Hoffmann-Leichter Ingenieurgesellschaft mbH

Gutachter Wirtschaftlichkeitsstudie: Technische Universität Berlin, Fachgebiet Straßenplanung und Straßenbetrieb

Finanzierung: Stadtumbau West

Projektkosten: 55.000 Euro

Realisierungszeitraum: September 2006 bis März 2007

Projektdokumentation:

aktuellabgeschlossen
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Verkehrsstudie Brückenverbindungen Kreuzberg - Friedrichshain

Der Spreeabschnitt zwischen Flutgraben und Schillingbrücke gehört seit der Wiedervereinigung Berlins zu den bedeutendsten Wasserlagen im Vorfeld des historischen Zentrums. Der Flussraum ist der gemeinsame Bezugspunkt der Ortsteile Friedrichshain und Kreuzberg. Die Oberbaumbrücke stellt die einzige direkte Verbindung und wirkt gleichzeitig als 'Nadelöhr'. Während der Abstand der Brücken im historischen Innenstadtbereich zwischen 250 m und maximal 600 m liegt, beträgt die Entfernung zwischen der Oberbaumbrücke und den beiden benachbarten Brücken, der Schillingbrücke im Westen und der Elsenbrücke im Osten, jeweils rund 1,3 km.
Dies war nicht immer so. Bis 1945 befand sich auf halber Strecke zwischen Oberbaumbrücke und Schillingbrücke die Brommybrücke. Widerlager am Ufer sowie ein verbliebener Brückenpfeiler in der Spree lassen erahnen, welche Wirkung eine Brücke an dieser Stelle entfalten würde. 

Im Kontext des Stadtumbaus wird der Neubau einer Brücke in Lage der ehemaligen Brommybrücke sowie eine weitere Brücke in Verlängerung der Manteuffelstraße diskutiert. Aus Sicht des Bezirks sollen die neuen Brücken ausschließlich lokale Bedeutung haben. Sie sind als Teil des geplanten attraktiven Wegenetzes gedacht, das die Stadtquartiere auf beiden Uferseiten an die Spree heranführt und miteinander verbindet. Die Brücken ermöglichen vielfältige Uferrundwege auf Kreuzberger wie Friedrichshainer Seite. Darüber hinaus eröffnen sie die einmalige Möglichkeit, die Wasserlage direkt zu erleben und die beiden Parks am Friedrichshainer Ufer ("Park an der Spree" sowie "East-Side-Park") auf kurzem Wege zu erreichen.
Zur Präzisierung der Anforderungen an beide Verbindungen wurde im Jahr 2007 eine Verkehrsstudie erarbeitet, die die zukünftige Verkehrsentwicklung im Stadtumbaugebiet mit und ohne neue Brückenverbindungen analysiert. Die möglichen Brückenverbindungen in Verlängerung der Manteuffel- sowie der Brommystraße wurden als Fuß- und Radwegeverbindungen mit bzw. ohne Kfz-Verkehr untersucht und im Hinblick auf ihre umweltbezogenen, verkehrlichen, finanziellen und städtebaulichen Auswirkungen geprüft und bewertet.

In Auswertung der Studien sowie im Ergebnis einer sehr gut besuchten Bewohnerversammlung im Mai 2007 wurde seitens des Bezirksamtes eine neue Brommybrücke in Form eines ausschließlich für Fußgänger und Radfahrer nutzbarem Stegs favorisiert, da bei einer Brückennutzung durch den Autoverkehr Mehrbelastungen insbesondere für die Kiezstraßen auf Kreuzber-ger Seite erwartet werden.
Die Bezirksverordnetenversammlung von Friedrichshain-Kreuzberg hat sich im September 2007 ebenfalls für den Bau einer neuen Brückenverbindung in Lage der historischen Brommybrücke ausgesprochen, jedoch soll diese für Fußgänger, Radfahrer und zusätzlich für Busse, aber nicht für den Autoverkehr, genutzt werden. Ob und wann die Realisierung einer neuen Brommybrücke erfolgt, hängt von den Möglichkeiten der Finanzierung ab, die für eine Brücke in dieser Form schwierig darstellbar ist.
In Reaktion auf die besondere stadtbildprägende Bauaufgabe soll im Fall der Realisierung der Brücke ein konstruktiv-gestalterischer Wettbewerb ausgeschrieben werden.

Bereits heute zeigt ein Blick vom neuen Spreebalkon, welche Wirkung eine Brommybrücke für die Erlebbarkeit des Spreeraums haben kann. Der im September 2007 eingeweihte Balkon am Ende der Brommystraße steht nicht nur für die geplante Heranführung Kreuzbergs an die Spree, sondern ist als symbolischer  Brückenschlag zur Friedrichshainer Uferseite zu sehen (s. hierzu eigene Projektdokumentation).

 

Text/Fotos: Herwarth + Holz

Ansprechpartner

Junge, Gabriele
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt
VII A 34 - Grundsatzangelegenheiten der Verkehrspolitik; Verkehrsentwicklungsplanung
Württembergische Straße 6
10707 Berlin
Tel: (030) 9025 16 26
Fax: (030) 9025 16 75
E-Mail: gabriele.junge[at]senstadt.berlin[.]de
Peckskamp, Matthias
Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin
Fachbereich Stadtplanung
Yorckstraße 4-11
10965 Berlin
Tel: (030) 90298 22 34
Fax: (030) 90298 33 52
E-Mail: matthias.peckskamp[at]ba-fk.verwalt-berlin[.]de
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